Everglades - echt wild

Die Everglades haben wir sowohl vom Westen als auch Osten aus erkundet. Ausgangspunkt für den westlichen Teil war Naples, man fährt ca. eine Stunde bis zum Ort Everglades.

Von hier aus unternahmen wir eine Bootstour durch die vorgelagerten Thousand Islands. Bei dieser 90 minutigen Fahrt erfährt man viel vom sensiblen Ökosystem, sieht viele Vogelarten, Kormorane, Adler und Delfine. Mit etwas Glück auch mal ein Manatee (Rundschwanzseekuh). Unseres Erachtens ein perfekter Beginn, die Everglades kennen zu lernen.

Fährt man zurück zur Hauptstraße, den Tamiami Trail, und etwa 8 Km nach Osten, so gelangt man zur kleinen Abzweigung in die Turner River Road. Dies ist eine unbefestigte Straße und man sollte diese ein paar Kilometer hineinfahren. Hier hat man sehr gute Gelegenheiten, Alligatoren zu sehen.

Die Warnschilder, nicht auszusteigen, sollte man beherzigen, denn die Kreaturen leben hier in absoluter Wildnis und Freiheit. Eine sehr schöne und abenteuerliche Tour mit wilder Natur und vielen Tieren.

Auf der rund 140 Km langen Strecke von Miami nach Naples gibt es nur einen kleinen Ort, in dem man sich in diesen Everglades versorgen kann. 

Der gleichnamige Ort besteht in erster Linie aus ein paar Ferienhäusern, wenigen Lokalen und einfachen Übernachtungsmöglichkeiten.

RESTAURANT TIPP

Eine Mittagspause haben wir eingelegt im Ort Everglades, im dortigen City Seafood Café. Es ist ein sehr uriger und einfacher Self Service Imbiss, es werden aber sehr frische Fischgerichte angeboten. 

Nicht der Hit, aber man kann sehr schön auf der Terrasse direkt am Wasser auf Holzbänken sitzen und das Essen genießen. Ein beliebtes Lokal, es ist dementsprechend meist gut besucht.

Auf dem Tamiami Trail westlich Richtung Naples kommt man am Big Cypress Bend Boardwalk vorbei. Hier geht es auf Holzstegen in ein Sumpfgebiet.

Ein schöner, etwa 30 minütiger Spaziergang durch die üppige und sumpfige Natur. Die Ranger erklären sehr anschaulich und freundlich die abwechslungsreiche Vegetation und die Besonderheiten der Tierwelt. Hier hält sich auch der vom Aussterben bedrohte Florida Puma auf, den man allerdings kaum zu Gesicht bekommt, denn dieser ist meist nachtaktiv.

Airboat Abenteuer

Entlang des Tamiami Trails bieten mehrere Betreiber Airboat Tours, also Fahrten mit Luftbooten an, ein unbedingtes Muß.

Ein 580 PS starker Motor treibt einen Propeller an und man rast über Stock und Strein sowie Gras- und Wiesenflächen durch die kleinen Wasserkanäle quer durch das Sumpfgebiet der Everglades. Dies ist nicht nur ein toller Fahrspaß, sondern man bekommt auch viele Tiere inklusive natürlich vieler Alligatoren zu sehen.

Die gut einstündige Fahrt führt auch durch Mangrovengebiete, man sieht Alligatoren und eine reichhaltige Vogelwelt.

Auf dem Weg Richtung Miami kommt man am Kirby Storter Roadside Park vorbei, ein Stop lohnt sich.

Vom Parkplatz aus gehts wieder auf Holzstegen in sonst unzugängliches Gebiet. Zuerst ist die Landschaft geprägt von abgestorben scheinenden Bäumen, wirkt irgendwie unwirklich. Diese haben in der Winterzeit aber nur die Blätter abgeworfen ... wir hatten 25 Grad Celsius ...

Später werden die Bäume dichter und es wird sumpfig, gar etwas schauderig. Tolle Stimmung.

Loop Road nach Shark Valley

Besonders zu empfehlen ist das Shark Valley.

Dieses liegt auf dem Weg Richtung Miami und auf der Strecke dort hin sollte man den Tamiami Trail kurz verlassen und den Scenic Drive, eine unbefestigte Loop Straße nehmen, die von Monroe Station weg geht.

Hier ist man fast unter sich, kaum Fahrzeuge und man fährt auf dieser recht engen Straße quasi hautnah durch die Everglades. Am Straßenrand tauchen immer wieder Alligatoren auf und es wird wiederum eine schöne Sumpflandschaft mit vielen Zypressen geboten.

Im Shark Valley dann angekommen erwartet einen die Möglichkeit, auf einer Rundtour durch den inneren Teil der Everglades zu gelangen.

Man muß sein Auto abstellen und kann dann entweder ein Fahrrad mieten oder mit einem offenen Bus eine Tour machen durch eine ewig weite und von niedrigem Gras bewachsenen Sumpflandschaft. Wir entschieden uns für den Bus mit einem äußerst amüsanten und gut ausgebildeten Ranger, der sich extrem gut auskannte und verständlich die Besonderheiten der hiesigen Flora und Fauna erklärte.

Die Fahrt dauert zwei Stunden und unterwegs hält unser Ranger immer wieder an besonders schönen Punkten dieser Tour an, stellt sich mitten in den Sumpf und erzählt immer neue Geschichten über diese Gegend.

Auf etwa halber Strecke hat man dann selber auch die Gelegenheit auzusteigen und ein paar Meter zu einem Lookout-Turm zu gehen. Von hier oben gibts einen sehr schönen Rundumblick auf die ebene Landschaft und einige unterhalb der Aussichtsplatform sich in der Sonne aalende Alligatoren.

Auf dem Rückweg läuft man die letzten paar hundert Meter entlang eines Wasserlaufs, wo man noch einmal viele Vogelarten sowie Reiher beobachten kann und vor allem aber an vielen Alligatoren, die entlang des Weges liegen, vorbei schlendert.

Kein Zaun oder sonstige Absperrung trennt uns von diesen, etwas unheimlich, aber - man sagt - es sei ungefährlich. Wir haben es auch überlebt und es war ein kribbelndes Erlebnis. Euch auch: Good Luck!

Anhinga Trail

Die von den meisten Besuchern genutze Zufahrt in die Everglades führt über Homestead nach Flamingo, entsprechend ist der Andrang hier auch größer.

Das erste Ereignis bietet sich einem bereits 5 Km nach dem Parkeingang: Royal Palm. Hier führt der Anhinga Trail entlang mehrerer Wasserläufe und kleinen Seen durch eine wunderbare Landschaft. Das Besondere aber ist, dass man hier mit Abstand die besten Möglichkeiten hat, die vielfältige Tierwelt der Everglades hautnah zu sehen. 

Ein sehr schöner Rundweg führt weitestgehend über Holzstege über das Wasser und man sieht hier eine wirklich große Vielfalt an Tieren aus nächster Nähe. 

Unbedingt am frühen Vormittag hinfahren, da trifft man auf die größte Ansammlung von Tieren! Wir waren nämlich auch einmal tagsüber dort und haben dabei kaum etwas gesehen.

Gleich neben dem Empfangsgebäude von Royal Palm ist der Gumbo Limbo Trail ausgeschildert.

Dieser 600 Meter lange Rundweg führt durch einen dichten Wald mit vielen dieser Bäume, die dem Weg seinen Namen gibt. Das Besondere an diesen Bäumen ist, dass sie eine rote Rinde aufweisen und sich dadurch farblich von dem Rest des Dickichts abheben. Unterwegs begegnet man auch gerne einmal Geiern.

Bis nach Flamingo, dem Ende der Straße, sind es gute 50 Km. Unterwegs ändert sich die Landschaft dauernd und es gibt einige Aussichtspunkte und kürzere Wanderwege.

Fahrt Richtung Flamingo

Man sollte sich einen guten Tag Zeit nehmen für diesen Teil des Parks, denn es gibt viel zu erleben und schnell durchrauschen geht wegen der Geschwindigkeitsbeschränkung sowieso nicht.

Als nächster Stop ist der Pa-hey-okee Overlook zu empfehlen. Ein Rundweg auf Holzstegen führt wiederum durch eine sumpfige Gegend zu einem Aussichtpunkt.

Weiter gehts auf der Hauptstraße, man fährt gemütlich die Straße entlang und genießt die Landschaft. Dann taucht auf einmal ein Hinweisschild auf, das auf eine bevorstehende enorme Anhöhe hinweist: Achtung, es geht einen ganzen Meter bergauf! 

Gleich danach kommt die Abzweigung zum Mahogany Hammock.

Das ist eine grüne Insel mit Mahagonibäumen inmitten einer grasigen Sumpflandschaft. Was die Natur so alles erschafft. Ein Rundweg führt erst durch offenes Terrain und dann durch dichtes Grün. Was für ein Kontrast.

Es gibt auf dem Weg viele weitere Sehenswürdigkeiten, gute Infos für eine Vorbereitung der Tour bekommt man auf der offiziellen Nationalpark-Website.

Bootstour von Flamingo

In Flamingo angekommen verspürt man Hunger. Angepriesen wird ein Restaurant namens Buttonwood Café, das "das beste im Umkreis von 70 Km" sein soll.

Es gibt in diesem Umkreis kein anderes Lokal und dieses ist keinesfalls zu empfehlen. Wir haben uns ein paar Sandwiches gekauft am Hafen und gemütlich auf einer Bank am Wasser unseren einfachen, aber guten Lunch genossen.

Von hier aus unternahmen wir eine Bootsfahrt landeinwärts durch das erstaunlich große Seengebiet. Eine sehr schöne Tour durch Kanäle voller Mangroven, vorbei an Alligatoren und Krokodilen.

 

Impressionen von den Everglades

 

Unsere Unterkunft bei den Everglades

Wir hatten die Everglades zunächst von der westlichen Seite aus erkundet. Diese Touren unternahmen wir von Naples aus (Hotelbeschreibung siehe dort). Die Fahrtzeit beträgt etwa eine Stunde.

Zur Besichtigung der östlichen Seite haben wir gewählt das

MARRIOTT RESORT KEY LARGO

Dieses Hotel liegt direkt am Wasser, aber auch an der stark befahrenen Hauptstraße. Alle Zimmer befinden sich jedoch auf der Wasserseite, sodass man von dem Straßenlärm nichts hört.

Die gesamte Anlage ist ordentlich und gepflegt. Die viergeschossigen Gebäude sind aufgeständert, unten parkt man sein Auto. Es gibt keinen nennenswerten Gemeinschaftsbereich, man hat sein Zimmer und die Außenanlagen. Die Zimmer sind sehr geräumig und schön. Alle verfügen über eine große Terrasse mit schönem Blick.

Es gibt einen großen Pool und einen kleinen Strandbereich. Für einen längeren Urlaub würden wir es nicht empfehlen, als strategischer Ausgangspunkt für die Everglades oder die Keys hingegen sehr gut.

www. Marriott Key Largo

Die Everglades waren Teil unserer folgenden Reisen:

Januar 2012

Miami OrlandoCape CanaveralPalmettoSarasotaSanibel und Captiva IslandNaples — Everglades National Park — Key LargoMarathonKey West

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Januar 2020

Miami Süd — Everglades — Coral Springs — Naples — Lovers Keys — Sanibel Island — Sarasota — Tampa — Orlando

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