Mehr als nur Disney Land

Als wir 1998 in Orlando waren, haben wir uns die üblichen Themenparks wie Disney World, Universal Studios, Sea World etc. angesehen. Orlando und die Umgebung haben aber wesentlich mehr zu bieten: tolle Landschaften, hunderte von Seen, viel "Wildlife", Parks und gemütliche Stadtteile sowie eine Reise in den Weltraum.

Im Nordosten der Stadt liegt der vornehme Stadtteil Winter Park. Dieses Viertel ist geprägt von herrschaftlichen Villen und einem sehr netten kleinen Stadtteilkern, dessen Mittelpunkt eine schöne kleine Parkanlage namens Central Park bildet.

Enlang dieses Parks und der Park Ave., der Hauptstraße durch diesen Stadttteil, findet man zahlreiche nette Geschäfte und Restaurants. Man findet hier eine entspannte, dörfliche Atmosphäre vor, ganz im Gegenteil zum modernen und geschäftigen Stadtzentrum.

Tipp: Direkt an der dortigen Hauptstraße, der Park Ave., liegt das Briarpatch Restaurant.

Es ist eigentlich mehr ein Café mit hausgemachtem Eis und Riesentorten, aber mittags werden auch köstliche Lunch Menüs serviert, alles biologisch und gesund. Wir hatten ein Sandwich mit Wagyu Rinderfilet, einmalig!

Zu Fuß sind es von hier keine 10 Minuten und man steht vor einer Bootsanlegestelle am Lake Osceola. Von hier aus werden Bootsfahrten angeboten und das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Es geht in kleinen Booten über 3 Seen, die über schmale einspurige Kanäle verbunden sind. Die Boote hier durch zu manövrieren erfordert großes Geschick.

Die Ufer der Seen sind gesäumt von herrschaftlichen Villen und unser Captain erzählt euphorisch die Geschichten über die Historie dieser Häuser und der teils weltberühmten Eigentümer.

Die interessante und landschaftlich schöne Bootsfahrt dauert rund eine Stunde und teilweise hat man das Gefühl, man sei wegen der vom Spanish Moss behangenen Bäume irgendwo in den Südstaaten.

Knapp 15 Fahrminuten südlich von Winter Park liegen die Harry P Leu Gardens.

Dieser 200.000 m² große Botanische Garten bietet eine große Vielfalt an Pflanzen, die thematisch in einzelne Gebiete aufgeteilt sind. Bei einem gemütlichen etwa 90 minütigem Spaziergang kann man diesen schönen Park erkunden. 

Am zweiten Tag fuhren wir nach Cape Canaveral, eine knappe Autostunde entfernt. Schon die Fahrt dort hin entlang vieler Seen und abwechslungsreicher Vegetation ist sehr schön.

Das John F. Kennedy Space Center bietet weltweit einmalig die Gelegenheit, sich hautnah mit der Raumfahrt zu beschäftigen und das auf äußerst interessante und anschauliche Art. Gleich hinter dem Eingang befindet sich der Rocket Garden mit verschiedenen Raketen in Originalgröße. Weiterhin bieten Ausstellungen, Vorträge von echten Astronauten und riesige Gedenktafeln verstorbenen Astronauten Einblicke in die aufregende Raumfahrt und deren Schattenseiten.

Unbedingt ansehen sollte man sich auch die zwei 3 D Filme über die Raumfahrt und das All, spektakulär.

Vor allem sollte man eine der Spezialtouren buchen, mit denen man über das riesige Gelände gefahren wird und sehr nah an die Original-Abschußrampen herankommt.

Man steht dann vor beeindruckenden Stahlkonstruktionen und auf Schautafeln werden einem die Bilder dieser Bauwerke mit den Raketen und Space Shuttles vermittelt.

Wir hatten das besondere Glück, dass erstmalig seit den 70er Jahren die große Montagehalle, in denen die Raketen und Shuttles zusammengebaut wurden, zugänglich gemacht wurde. Diese Halle ist 52 Stockwerke hoch, eine riesige Konstruktion, man kommt sich unendlich klein darin vor.

Hier erwartete uns eine Besonderheit: in einer etwas versteckten Ecke konnten wir das Original Space Shuttle, die Endeavour, besichtigen. Sehr beeindruckend ist es vor einem Fluggerät zu stehen, das im All war. Deutlich zu erkennen sind die Spuren des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre.

Wie uns berichtet wurde, werden Original-Raumschiffe in der Regel nicht ausgestellt, dann werden nämlich nur Nachbauten gezeigt.

In dem Apollo-Saturn Center wird ein Nachbau der kompletten Apollo Rakete gezeigt, und zwar aufgeteilt in die jeweiligen Trägerabschnitte. So kann man sehr genau den Aufbau dieser Rakete studieren und im angrenzenden Museum viele Originalteile der Rakete, allen voran die Kapsel, bestaunen.

Auf dem Rückweg empfiehlt sich noch ein kleiner Abstecher in die Astronaut Hall of Fame, etwa 8 Km vom Space Center entfernt. Hier werden Details zur Raumfahrt, die Astronauten, Ausbildung und Gebrauchsgegenstände aus den jeweiligen Raummissionen gezeigt.

Ein weiteres landschaftliches Highlight bietet der Blue Spring State Park, etwa eine Stunde nördlich von Orlando. Wenn man hierher fährt, dann steht die Schönheit der Natur mit den Gewässern und der üppigen Vegetation hinten an.

Denn hier gibt es heisse Quellen und diese werden insbesondere in den Wintermonaten sehr gerne von den Manatees (Rundschwanzseekühe) bevölkert. Früh morgens ist es noch etwas frisch und das ist die beste Zeit, diese Riesengeschöpfe zu beobachten. In einem Seitenarm des Flusses sammeln sich über 100 dieser Tiere und über Wanderstege kommt man diesen sehr nahe. Tolles Erlebnis.

Weitere Impressionen von Orlando und Umgebung

Unsere Unterkünfte in Orlando

MARRIOTT LAKESHORE RESERVE

Orlando bietet ja ein riesiges Angebot an Hotels. Wir wollten aber nicht in einem der typischen Themenhotels mit hunderten von Zimmern übernachten, sondern in einem etwas beschaulicherem Umfeld. Wir haben lange gesucht und waren sehr glücklich, dieses Resort gefunden zu haben.

Dieses liegt direkt an einem See mit üppiger Vegetation. Direkt angrenzend liegen die weiteren Hotel JW Marriott und Ritz Carlton, ein sehr schöner Spazierweg entlang mehrerer Seen verbindet diese Hotels sowie den angrenzenden Golfplatz.

Das Marriott Lakeshore besteht hauptsächlich aus zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden im spanisch-mexikanischem Baustil. Alles ist sehr gepflegt, gärtnerisch wunderbar gestaltet und das Personal sehr zuvorkommend. Die Anlage wird durchzogen von Wasserläufen und Schwimmbecken, die von zahlreichen Palmen umsäumt sind.

Die Zimmer sind geräumig, geschmackvoll eingerichtet und vom Balkon aus blickt man ins Grüne. Das hoteleigene Restaurant ist recht einfach, die benachbarten Hotels bieten aber eine sehr gute Auswahl an weiteren Restaurants, bis dort hin sind es nur 5-10 Gehminuten. Besonders empfehlen können wir The Kitchen im JW Marriott Hotel, hier werden in einer legeren Atmosphäre raffiniert leckere Gerichte serviert.

Wir haben uns im Marriott Lakeshore sehr wohl gefühlt, es ist auch ideal zum Entspannen am letzten Tag vor der Rückreise.

www. Marriott Lakeshore Reserve

Thurston House

Dieses Bed and Breakfast liegt in dem sehr schönen Stadtteil Winter Park, nordöstlich des Stadtzentrums. Es wird umgeben von einem großen Grundstück mit vielen Bäumen und einem kleinen See. Absolut ruhige Lage im Grünen.

Innen sehr schön ausgestattet, wir hatten das Zimmer mit Blick auf den See, das geräumig und geschmackvoll eingerichtet ist. Die Gastgeber sind sehr nett, aber anscheinend auch schon lange in diesem Geschäft, das merkt man etwas am "routinierten" Umgang mit den Gästen. Dies ist aber zu vernachlässigen. Wenn man individuell wohnen möchte und nicht in einem der großen Hotelanlagen, dann ist man hier gut aufgehoben.

www.Thurston House

Orlando war zuletzt Teil unserer folgenden Reisen:

Januar 2020

Miami Süd - Everglades - Coral Springs - Naples - Lovers Keys - Sanibel Island - Sarasota - Tampa - Orlando

Diese Tour auf der Karte ansehen.

Januar 2012

Miami - Orlando - Cape Canaveral - Palmetto - Sarasota - Sanibel und Captiva Island - Naples - Everglades National Park - Key Largo - Marathon - Key West