Etosha - Trocken und voller Leben

Die Etosha Pfanne, die so groß ist wie die Schweiz, fasziniert sehr. Es ist trocken, weitläufig, die wenigen Büsche sind von dem Staub in weiss gehüllt. Nur in der kurzen Regenzeit erwacht die Vegetation und die Landschaft verwandelt sich ein wenig. 

Es gibt zwei öffentliche Eingänge (ein dritter im Westen ist nur für die Lodge-Gäste des dortigen staatlichen Camps zugänglich) und etwas ausserhalb der jeweiligen Eingänge der Nationalparks liegen die luxuriösen Lodges. Im Park gibt es die staatlichen Unterkünfte, die aber auch gut aufgerüstet wurden und im Vergleich zu den staatlichen Lodges in Südafrika geradezu sehr schön sind.

Man kann mit seinem eigenen Fahrzeug durch den Park auf einigen wenigen unbefestigten Straßen fahren. Ein Allradfahrzeug ist nicht erforderlich, aber wegen der größeren Bodenfreiheit komfortabler. Aber Vorsicht, die Tiere laufen alle frei herum, auch über die Straßen.

Im Mai 2008 waren wir hier und es hatte vorher kräftig geregnet. Die Locals waren begeistert, denn seit über 20 Jahren war die Pfanne wieder mit Wasser gefüllt, kommt wohl sehr selten vor.

Der Nachteil war, dass nicht viele Tiere zu sehen waren. Deshalb hatten wir uns auch entschlossen 2010 und schließlich 2017 nochmal hierher zu fahren, denn Etosha ist ganz anders als die sonstigen Ecken von Afrika, wo man Wildtiere sehen kann.

Diese Pfanne und der gesamte Park ist sonst staubtrocken, deshalb sieht man auch erstaunlich viele Tiere, insbesondere an den Wasserlöchern. Aber immer wieder sieht man auch Tierherden über die weiten Ebenen laufen, mit etwas Glück sogar einen Leoparden.

Man kann leicht mehrere Tage hier verbringen und gemütlich die Straßen entlangfahren und geduldig an Wasserlöchern warten. Belohnt wird man mit Elefanten, Giraffen Antilopen, Schakalen, Löwen, vielen Vogelarten und vieles mehr. Wir waren jedes mal begeistert.

Im Park gibt es drei Camps, die auch mit Restaurants aufwarten. Insofern kann man sich, wenn man außerhalb des Parks wohnt, mittags gut versorgen. 

Am westlichen Eingang liegt Okaukuejo, das größte Camp mit Tankstelle und einem kleinen Supermarkt. Dieses war früher eine deutsche Militärstation und insbesondere der steinerne Wachturm und die mächtigen Zufahrtstore erinnern noch gut an diese Zeit.

Ziemlich in der Mitte des Parks liegt das Camp Halali, strategisch für ein Lunch gut gelegen, aber das Restaurant empfanden wir als weniger ansprechend.

Tipp: Wesentlich besser ist die Einkehrmöglichkeit direkt neben dem Fort Namutoni am östlichen Parkeingang. Unter großen, Schatten spendenden Bäumen kann man gut speisen. Einfache, aber nette Atmosphäre in einer kleinen grünen Oase.

Dem hier gelegenen Fort Namutoni mit seinem Besucherzentrum sollte man natürlich noch einen kurzen Besuch abstatten. Diese Festung war ebenfalls ein Miltärstützpunkt in der deutschen Kolonialzeit. Imposantes Gebäude.

Man sollte mindestens 2 bis 3 Tage für einen Besuch des Etosha Nationalparks einplanen, denn allein für die Fahrt vom östlichen zum westlichen Eingang braucht man rund 3 Stunden, wenn man nicht anhält. Man trifft aber auf so viel Wild und es gibt ja auch noch einige Nebenstrecken, sodass man sich Zeit lassen und diese Natur auch genießen sollte.

Am besten ist es man sucht sich an den jeweiligen Zugängen eine schöne Unterkunft und erkundet dann die jeweiligen Regionen.

Im Laufe der Jahre haben wir uns zu echten Vogelliebhabern entwickelt und man kann hier auch sehr viele Vogelarten beobachten. Eine besondere Vielfalt haben wir in der Gegend nördlich von Namutoni erlebt. Entang der Straßen sieht man alle paar hundert Meter die farbenfrohen Gabelracken (klingt im Englischen schöner: Lilac Breasted Roller).

Aber auch die schwersten Vögel der Welt, die fliegen können. Die Riesentrappen können bis zu 15 KG schwer werden. Aber auch zahlreiche Greifvögel sind zu beobachten.

Von den Lodgen aus werden auch Safari Fahrten angeboten. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, solch begleitete Fahrten zumindest einmal mit zu machen, denn die Ranger wissen immer, wo genau welche Tiere sich aufhalten und so ist die Chance, Löwen & Co. zu sehen, sehr viel höher.

Auch sehr schön sind die Sundowner, die es immer dabei gibt. Ein Cocktail, Wein oder Saft mit Knabbereien zum Sonnenuntergang mitten in der Wildnis mit z.B. Nashörnern im Hintergrund, toll!

Weitere Impressionen von Etosha

Unsere Unterkünfte in Etosha

Wir waren in folgenden Lodges:

The Fort:

Mal etwas ganz anderes. The Fort liegt an der Ostseite des Parks und das Haupthaus ist wie eine Festungsanlage gebaut. Alles ist offen gehalten, von der riesigen Terrasse blickt man in die Ferne und ein Wasserloch, wo man morgens und abends viele Tiere beobachten kann.

Links und rechts des Forts liegen die "Mini-Forts", in den man wohnt und schläft. So Mini sind die aber nicht, die Wohnfläche hat sicher über 100 m² und man hat eine eigene Terrasse. Einziger kleiner Nachteil: in diesen Häusern wird es recht warm, es gibt ein Gebläse, aber keine Kühlung.

Dennoch ein Erlebnis.

www.The Fort

Onguma Tented Camp:

An der Ostseite des Parks liegt dieses Camp mitten im Wald, versteckt gelegen an einem kleinen Wasserloch.

Man schläft in sehr gut ausgestatteten Zelten, eigenes Bad und alle Annehmlichkeiten sind vorhanden. Im Hauptzelt befindet sich ein Lounge Bereich und das Restaurant. Ein kleiner Pool und schöne Sitzecken runden alles ab. Eine schöne und geschmackvolle Unterkunft.

Nach Einbruch der Dunkelheit wird man zu seinem Zelt eskortiert, denn das Camp ist unfenced, also ohne Zäune.

www.Onguma Tented Camp

Ongava Lodge:

Dieses Camp liegt direkt am Westeingang des Parks. Es befindet sich auf einer kleinen Anhöhe mit einem grandiosen Blick. Die Häusers sind mit Reet gedeckt und liegen - wie bei fast allen Camps - um das Haupthaus herum.

Unterhalb des Haupthauses liegt ein Wasserloch, das abends beleuchtet ist. Hier konnten wir fast alle Tiere sehen, sogar Löwen.

Die Zimmer sind sehr geräumig und geschmackvoll eingerichtet. Sehr schön.

www.Ongava Lodge

Etosha Safari Lodge

Kurz vor dem Ombika-Parkeingang geht es durch ein großes Tor über eine schmale Straße auf eine Anhöhe. Über ein paar Stufen gelangt man in das Haupthaus und durchschreitet man dieses, dann kommt auch schon der Wow-Effekt. Von der riesigen Terrasse hat man einen uneingeschränkten Weitblick über die buschige Natur und den Etosha Nationalpark. Es führt sogar eine Stegkonstruktion hinaus und man hat von dort aus den Eindruck, über dem Park zu "schweben".

Hier befindet sich auch das sehr gute Restaurant und zum sundowner werden auf der Terrasse Getränke gereicht. Man wohnt dann in kleinen Häuschen, die links und rechts der Lodge angeordnet sind. Man kann diese zu Fuß und per Auto erreichen und wenn man in einem etwas entfernteren Haus untergebracht ist, dann kann es auch schon einmal ein 15 minütiger Spaziergang zum Hauptgebäude sein. Die Zimmer sind nicht sonderlich groß, aber ordentlich und schön ausgestattet.

Es ist eine recht große Lodge mit großem Publikumsandrang, aber sehr gut geführt bei bestem Service. Und eine Übernachtung hier ist dann doch etwas günstiger als in den "Edel-Lodges", also ein sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis.

www. Etosha Safari Lodge

Mokuti Etosha Lodge

Diese recht große Lodge liegt am östlichen Eingang des Parks und ist auf größere Gruppen eingerichtet. Trotz der Größe kann man diese insbesondere wegen des guten Preis-/ Leistungsverhältnisses empfehlen.

Auf der weitläufigen und gepflegten Anlage verteilen sich einzelne Häusergruppen und Villen, die sehr schön ausgestattet sind. An der Poolanlage kann man sich nicht nur gut entspannen, sondern auch kleine Snacks und kühle Getränke bekommen. Die Innenräume des Hauptgebäudes sind eher schlicht, aber man hält sich ja sowieso im Freien auf und auf der Terrasse genießt man gutes Essen, an manchen Tagen wird auch Braai angeboten, also leckere Fleischgerichte direkt vom Grill. 

www. Mokuti Etosha Lodge

Andersons Camp:

Dieses Camp liegt an der Westseite des Parks und ist etwas einfacher. Man schläft in gut ausgestatteten Zelten mit einfachem, aber witzigen Bad.

Alles ist etwas kleiner, dafür kommt man sich aber wirklich vor, wie ein Ranger in seinem Camp mitten in der Wildnis. Alles ist gepflegt, offen gehalten und sehr nah vor der Terrasse liegt ein Wasserloch. Das ist doch so nah, dass man vor der Terrasse aus Sicherheit einen Zaun gezogen hat.

Abends gibt es Braai, also frisches Grillfleisch.

www.Andersons Camp

Mushara Outpost

Dicht am Osteingang des Parks liegt diese sehr schöne Unterkunft. Mushara steht für mehrere Kategorien von Lodges und wir haben uns für die Variante Outpost entschieden. Das Hauptgebäude mit Restaurant und Lounge-Bereich erinnert etwas an eine koloniale Villa mit großer Terrasse. 

Man wohnt in sehr gut ausgestatteten Zelten mitten in der Natur. Alles bestens ausgestattet und sehr gepflegt. Die Tiere durchqueren dieses Camp und beim Spaziergang zum nahen Wasserloch kommt man vielen Antilopen sehr nah. Diese Lodge liegt preislich im Mittelfeld und wir haben uns sehr hier gut aufgehoben gefühlt. 

www. Mushara Outpost

Der Etosha Nationalpark war Teil unserer folgenden Reisen:

Mai 2008

Windhoek - Waterberge - Etosha Ost - Etosha West - Damaraland - Swakopmund - Gamsberg Pass

und

September 2010

Windhoek - Etosha - Damaraland - Skelett Küste - Swakopmund - Namib - Wolwedans 

und

Mai 2017

Windhuk - Okonjima - Waterberge - Etosha - Erindi - Kalahari - Gocheganas

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