Beeindruckende maurische Bauten

Von unserem unten näher beschriebenen Hotel sind wir nach unserer Ankunft erst einmal in die Juderia, das Jüdische Viertel der Stadt gelaufen. Keine 10 Minuten unterwegs waren wir mitten drin in einem Labyrinth von engen Gassen und kleinen Plätzen. Trotz Stadtplan kann man hier auch einmal die Orientierung verlieren.

Es gibt frequentierte Wege mit vielen Souvenirläden, Galerien und kleinen Museen, aber auch verwunschene kleine Gässchen, die einen besonderen Charme ausstrahlen. Etwas versteckt in der Calle Judios findet man eine Statue des jüdischen Philosophen Maimonides, der im 12. Jahrhundert hier in Cordoba lebte und als bedeutender Gelehrter seiner Zeit gilt. Gleich daneben verbirgt sich hinter einem recht unscheinbarem Eingang die Synagoge.

Durch dieses Quartier kann man getrost mehrere Stunden spazieren, es gibt überall immer wieder etwas Neues und Interessantes zu entdecken.

Geht man von hier aus ein paar Schritte weiter, so gelangt man zur Puerta de Almodovar, dem noch gut erhaltenen historischen Stadttor. 

Hier kann man auch sehr gut noch Überreste der ehemaligen Stadtmauer sehen. Im Mittelalter gab es 3 Stadttore, die den Zugang nach Cordoba ermöglichten und dieses im 14. Jahrhundert erbaute Tor ist eines davon und führte direkt in das Jüdische Viertel.

Am nächsten Tag machten wir uns auf zu DEM Highlicht von Cordoba, der Mezquita Catedral de Cordoba.

Direkt angrenzend an das Jüdische Viertel geht es an zahlreichen Souvenirläden vorbei durch ein großes maurisches Tor in einen großen Innenhof mit vielen Orangenbäumen. Hier in den Arkaden kauft man sein Eintrittsticket, der Andrang ist groß und man bekommt Zeitfenster für den Eintritt. Bis es soweit ist, genießt man die wunderschöne Anlage am historischen Brunnen mit Wasserbecken und Blick auf den architektonisch beeindruckenden Glockenturm.

Und dann betritt man die Mezquita, den riesigen Moscheebau von Cordoba. Gleich beim ersten Anblick ist man überwältigt, was für ein Bauwerk.

Stolze 23.000 m² Fläche umfasst dieser Sakralbau mit seinen unzähligen Säulen und weiß-rot gefärbten Hufeisenbögen im maurischen Stil, es sollen über 850 an der Zahl sein. Mehr als 40.000 Betende hatten hier Platz, kaum vorstellbar. Völlig zu recht gehört diese Kathedralmoschee zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Man kommt beim ausgiebigen Rundgang aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ständig entdeckt man wieder neue Blickachsen und Details dieser maurischen Baukunst.

Im 13. Jahrhundert wurde die Moschee zu einer Kirche umgeweiht und nach mehreren Umgestaltungen wurde dann im 16. Jahrhundert mitten in das monumentale Gebäude eine kirchliche Gebetsstätte eingebaut. Neben der imposanten Kuppel sind aber insbesondere die Holzschnitzarbeiten sehenswert.

Noch beeindruckender ist aber die Mihrab, die sich an der äußersten Mauer der Moschee befindet und die den wichtigsten Ort für die Muslime darstellt, denn sie weist den Gläubigen die Gebetsrichtung.

Durch Lichtkuppeln fällt natürliches Licht auf diese reichlich mit Gold und Marmor verzierten Mosaikwände sowie Hufeisenbögen und verleiht damit dieser Gebetsnische eine ganz besondere Stimmung. Gleich nebenan befindet sich die Schatzkammer, wo man noch einige prächtige Schätze bewundern kann. 

Von der Mezquita sind es nur wenige Meter bis zum Fluß namens Guadalquivir, den man hier auf der mächtigen Puente Romano überqueren kann. Vorher geht es noch vorbei an den Außenmauern der Moschee mit ihren schönen Schmuckelementen und wer möchte, kann über die Brücke zur anderen Seite laufen, wo sich in dem ehemaligen Wachturm ein Museum befindet.

Wir sind entlang des Flusses nach Südwesten weiter gegangen und nach rund 200 Metern steht man vor den Mauern des Alcazar de los Reyes Cristianos.

Jetzt abbiegen und einen kleinen bequemen Aufstieg noch bewältigen und man hat den sehr schönen Vorplatz des Alcazar erreicht.

Diese mächtige Anlage, die ein weiteres Wahrzeichen der Stadt darstellt, wurde bereits im 8. Jahrhundert als Residenz und Festung für den Kalifen von Cordoba errichtet. Sie war Sitz des königlichen Hofes, hier beschrieb auch der berühmte Abenteurer Christoph Columbus dem König seine Pläne für einen Seeweg nach Indien.

Bei unserem Besuch mussten wir die Eintrittskarten online buchen und dabei neben allen Personendaten auch Passnummer angeben, ohne diese Angaben ging hier nichts. Dann kann man sich ein Zeitfenster aussuchen und nach einer weiteren Wartezeit und Kontrolle ging es dann auch ins Innere dieser Palastanlage. Man sollte sich von diesem etwas ungewöhnlichen und umständlichen Prozedere nicht abschrecken lassen, denn der Besuch lohnt sich unbedingt.

Nachdem man durch das mächtige Eingangstor geschritten ist, wird man durch einen kleinen Hofbereich zu den Innenräumen geführt.

Leider bekommt man im Innern außer einigen schönen Mosaikarbeiten sowie Überresten von Fresken nicht allzu viel zu sehen, das eigentliche Highlight kommt aber auch erst noch.

Das Highlight sind die sich hinter dem Palastgebäude befindlichen Park- und Gartenanlagen.

Von einem Wasserbasin vor den Befestigungsmauern des Palastes aus blickt man erst einmal auf ein etwa 150 Meter langes Wasserbecken mit vielen kleinen Spring-Fontänen an den jeweiligen Rändern. Eingerahmt wird dieses von lilafarbenen Blumen sowie Orangenbäumen, an denen man genüsslich entlang schlendert. Auf rund 50.000 m² Fläche bietet diese prächtige Gartenanlage eine Vielfalt von Pflanzen, die allesamt kunstvoll arrangiert wurden.

Diese Jardines de Alcazar gehören sicherlich zu den schönsten Gärten Spaniens und man sollte sich ruhig etwas Zeit nehmen, diese bei einem ausgiebigen Spaziergang zu erkunden.

Überall gibt es immer wieder Wasserspiele, Statuen und liebevoll gestaltete Grünflächen in allen möglichen Formen und Facetten. Hier haben die Mauren im Mittelalter und später die Könige des Christentums etwas sehr Schönes erschaffen. Besonders gut gefallen haben uns die säulenartig zugeschnittenen, bis zu 10 Meter hohen Zypressenbäume.

Gleich gegenüber des Eingangs zum Alcazar liegt eine weitere kleinere Grünanlage und an diese angrenzend befinden sich die Überreste der Arabischen Bäder, die aus dem 10. Jahrhundert stammen. Allzuviel ist leider von der sog. Kalifalen Bäderanlage nicht mehr zu sehen, man hat sich aber alle Mühe gegeben, das wenig Erhaltene schön in Szene zu setzen.

Auf zahlreichen Informationstafeln und Videopräsentationen erfährt man, welche Bedeutung diese Bäder für das gesellschaftliche Leben hatten und wie prachtvoll diese einst aussahen. Schließlich waren solche Hamams stets nicht nur Orte der Körperpflege, sondern auch sozialer Treffpunkt der Menschen. Für einen Rundgang braucht man gute 30 Minuten.

Für ein schönes Mittagessen findet man rund um die Mezquita und im Jüdischen Viertel unzählige Angebote. 

Wenn man dann gegen 14.00 h in ein Lokal geht, dort kein einziger Tisch belegt ist und man dennoch nach einer Reservierung gefragt wird, darf man sich nicht wundern oder abschrecken lassen. In Spanien hat man bekanntermaßen einen anderen Essensrhythmus und wenn man dann einen Platz ergattert hat, kann man sicher sein, dass sich das Restaurant in kurzer Zeit füllt.

Restaurant Tipp

Auf Empfehlung hin kehrten wir ein in die Bodegas Mezquita Cespedes gleich in der Nähe der Moschee.

Hier werden wunderbare Tapas und andalusische Gerichte serviert, sehr nette Atmosphäre und bestens zu empfehlen. Das Bild zeigt übrigens das Restaurant bei unserer Ankunft, 30 Minuten später war jeder Tisch belegt und es bildete sich draußen bereits eine Warteschlange. Also rechtzeitig hingehen oder reservieren.

Westlich des Jüdisches Viertels verlaufen die Avenida de la Republica Argentina sowie die Paseo de la Victoria, zwei viel befahrene Hauptstraßen durch die Stadt. Zwischen diesen Straßen liegt eine ausgedehnte Grünfläche mit Palmenallee. 

Die Einheimischen treffen sich hier im Mercato Victoria mit allerlei Verkaufsständen, unser Ziel war aber die Avenida de Medina Azahara. Vorbei an den Überresten eines römischen Mausoleums ging es in ca. 10 Gehminuten zu einem architektonisch sehenswerten Universitätsgebäude. Dieses entstand auf den Ruinen des einstigen Amphitheaters und beherbergt heute die Büroräume des Rektors. Tolles Gebäude, das man aber leider nur von außen ansehen kann.

Zum Abschluß wurden wir noch Zeuge eines Prozessionszuges, der von zahlreichen Menschen begleitet wurde. Solche finden scheinbar öfters aus nicht so ganz bekannten Anlässen statt, denn keiner der Beobachter, die wir befragt hatten, konnte uns sagen, was dies genau für ein Umzug zu wessen Ehren war. 

Unser nachfolgend beschriebenes Hotel liegt am Plaza de las Tendillas und dieser ist sehr schön in den Abendstunden erleuchtet. Der Vorteil ist, dass man hier etwas abseits des touristischen Zentrums zwischen vielen Einheimischen einen entspannt ruhigen Abend verbringen kann. Hier haben wir auch sehr gut in der Gran Bar gespeist, die durchgängig geöffnet hat.

Weitere Impressionen von Cordoba

Unsere Unterkunft in Cordoba

H 10 Palacio Colomera

Direkt an dem mit Wasserspielen und prächtigen Altbauten eingerahmten Plaza de las Tendillas gelegen, bietet dieses Hotel einen sehr schönen Komfort mit ebenso schönem Ambiente.

Das Gebäude wurde sehr aufwendig restauriert und präsentiert sich im Innern hochwertig und modern kombiniert mit stilvollen Altbauelementen. Wir hatten ein geräumiges und sehr schön ausgestattetes Zimmer mit Blick auf den vorgenannten Platz und konnten bei offenem Fenster und angenehmen Plätschergeräuschen der vielen kleinen Springbrunnen die Nacht verbringen.

Frühstück gibt es in dem mit einer Glaskuppel überdachten ehemaligen Innenhof und an der benachbarten Bar kann man sich abends auch noch mit Drinks versorgen. Noch schöner ist aber die Dachterrasse, wo ebenfalls eine Bar für leckere Erfrischungen sorgt und von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf den beleuchteten Platz und die Stadt.

www. H 10 Palacio Colomera

Cordoba war Teil dieser Reise

November 2021

Malaga - Cordoba - Sevilla - Ronda - Estepona - Marbella - GranadaLa Manga - Valencia

 

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