Ultimative Stadt Andalusiens

Sevilla ist für uns die schönste und vielfältigste Stadt Andalusiens.

Wir kamen von Cordoba, und kaum in unserem am Ende dieses Berichtes beschriebenen Hotel angekommen, machten wir uns gleich auf Richtung Kathedrale. Auf der kurzen Fußstrecke bekommt man schon einmal den ersten positiven Eindruck dieser lebenswerten Stadt.

Unmittelbar am Plaza Nueva, wo unser Hotel lag, befinden sich das stattliche Gebäude des Rathauses sowie das der Banco de Espana. Vor den Altbauten der Büro- und Wohnhäuser reihen sich nette Cafés und Restaurants aneinander und besonders ins Auge fällt ein Eckgebäude mit abgerunderter Turmfassade, die insbesondere abends dank üppiger Illumination toll zur Geltung kommt.

Kathedrale von Sevilla

Auf der breit angelegten, verkehrsberuhigten Av. de la Constitucion läuft man vom vorgenannten Platz aus keine 5 Minuten und steht dann vor der imposanten Kathedrale, der größten gotischen Kirche Spaniens.

Die Ausmaße dieses bereits im 15. Jahrhundert errichteten Bauwerks sind imposant, sie weisen eine Länge von stolzen 145 Metern auf mit einer Höhe der Kirchenschiffe von bis zu 42 Metern. Um das Innere zu besichtigen empfiehlt es sich wegen des großen Andrangs ein Ticket mit Zeitfenster online zu kaufen, dann kommt man über einen eigenen Eingang direkt ohne Warteschlange hinein.

Bereits kurz nach dem Betreten der Kathedrale läßt der "Wow-Effekt" nicht lange auf sich warten. Die Dimensionen sind schon wirklich beeindruckend, schließlich zählt diese Bischofskirche auch zu den größten Kathedralen weltweit. 

Sehenswert sind neben dem Bauwerk an sich insbesondere die riesigen Orgeln sowie der goldene Hochaltar und das kunstvoll mit Schnitzarbeiten versehene Chorgestühl.

Besonderer Anziehungspunkt für viele Besucher ist das Grabmal mit dem aufwendig gestalteten Sarkophag des berühmten Seefahrers und Entdeckers Christopher Columbus. Hier sollen seine Gebeine begraben liegen.

Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist der über 80 Meter hohe Glockenturm der Kathedrale, Giralda genannt. Dieser wurde auf den Resten der einstigen maurischen Moschee erbaut.

Man kann diesen Turm ersteigen bis zu den Glockenspielen in gut 70 Metern Höhe. Der Aufstieg erfolgt nicht über Treppen, sondern über recht breite Rampen. Diese wurden so angelegt, damit man seinerzeit mit Pferden hinauf reiten konnte. Lediglich die letzten paar Schritte bewältigt man noch über einen schmalen Treppenzugang. Vom Glockenstuhl aus hat man einen ungetrübten Rundumblick auf Sevilla.

Alcazar von Sevilla

Das absolute Highlight von Sevilla ist der Real Alcazar, der mittelalterliche Königspalast. Für einen Besuch ist der vorherige Kauf eines Online-Tickets unerläßlich, alternativ gibt es auch Karten im Tourist-Office. Vor einem Kartenkauf bei einem der Händler rund um den Palast sollte man sich hüten. Vor dem Eingang zum Palast bilden sich immer wieder lange Schlangen, aber keine Sorge, mit dem Kartenkauf bekommt man ein Zeitfenster und wenn man dran ist, geht es auch recht zügig voran.

Die Wartezeit kann man auf dem Plaza del Triunfo zwischen Alcazar und Kathedrale sehr gut verbringen. Hier sitzt man umringt von den bedeutendsten Bauwerken Sevillas gemütlich in der Sonne und beobachtet das Treiben. Von hier aus werden auch Kutschfahrten durch die historische Innenstadt angeboten.

Und dann ist es soweit, es geht hinein in den riesigen und weitläufigen Königspalast.

Man betritt diesen zunächst durch einen kleineren begrünten Innenhof und gelangt von diesem durch mächtige Torbögen zum sog. Patio de la Monteria. Hier bekommt man schon einmal einen ersten Eindruck der besonderen Bauweise aus maurischen und christlichen Stilrichtungen. An der Seite dieses Platzes befinden sich hinter den hohen Arkadengängen verschiedene Räumlichkeiten mit Bildergalerien. Die islamisch-maurischen Fassadenarbeiten stimmen einen auf das ein, was jetzt noch kommt.

Und es kommt überwältigend: Man schreitet weiter zum Patio de Doncellas, einem mit maurischen Rundbögen, Marmorsäulen und Stuckornamenten geradezu vollgepackten Hof.

Hier spielte sich früher das Palastleben ab und man zeigte durch die aufwendige Baukunst eindrucksvoll Reichtum und Macht.

Von diesem Hof gehen die eigentlichen, repräsentativen Räume ab und beim Anblick dieser kommt man wirklich ins Staunen, was für eine Pracht.

Der Alcazar hat in seiner langen Geschichte verschiedene Stilepochen durchlaufen, so kann man in den vom Boden bis zur Decke flächendeckend aufwendig gestalteten Räumen neben Renaissance- und Barockelementen insbesondere die sog. Mudéjar Architektur, also muslimische und arabische Stilrichtungen, bewundern.

Besonders eindrucksvoll ist der sog. Botschaftssaal mit seiner riesigen goldenen Kuppel. 

Bevor man weiter in den angrenzenden Park geht, sollte man noch den kleinen Abstecher zu den Baños de Doña María de Padilla, den unterirdischen Thermen des Palastes machen.

Die mit Gewölbedecken versehenen Räume erinnern an eine Krypta und dienten der namensgebenden Mätresse des Königs als Badeort.

Und dann gelangt man nach den vielen architektonischen Eindrücken zum weiteren Highlight des Alcazar, zu den Gartenanlagen.

Diese gleichen einem botanischen Garten mit verschiedensten Pflanzen, tropischen Gewächsen und alten Bäumen. Teichanlagen, Springbrunnen, Wasserläufe, kunstvoll geschnittene Hecken und Blumenbeete machen einen ausgiebigen Spaziergang zu einem weiteren Erlebnis. Besonders auffällig und schön anzusehen ist die sog. Grottengalerie, eine reichlich mit Verzierungen gestaltetes Mauerwerk, das die einzelnen Gartenbereiche trennt. Diese kann man ersteigen und hat dann von oben aus einen tollen Blick auf die Gärten.

Für den Besuch des Alcazar sollte man sich ausreichend Zeit nehmen und wenn man danach Hunger verspürt, dann findet man unweit des Ausgangs in der Calle Mateos Gago eine reichhaltige Auswahl an Restaurants.

Man sitzt hier sehr schön vor den Lokalen mit Blick auf den Glockenturm der Kathedrale, allerdings ist es auch voll und vor allem sehr touristisch.

Restaurant Tipp

Wir schlenderten weiter und wurden in einer engen Nebenstraße nahe der Kathedrale fündig.

In der Pelayo Bar de Tapas wird in sehr gemütlicher und ungezwungener Atmosphäre eine große Auswahl an leckeren Tapas serviert. Sehr freundlicher Service und immer gut besucht, also am besten außerhalb der spanischen Haupt-Essenzeiten hingehen oder reservieren.

Spaziergang durch Santa Cruz

Unser Spaziergang durch den Stadtteil Santa Cruz, der östlich an das historische Zentrum angrenzt, begann an der Stierkampfarena von Sevilla, die man besichtigen kann. Wir schlenderten aber lieber an der Uferpromenade des Canal de Alfonso XIII entlang bis zum Torre del Oro, einem historischen Wachturm. Ein Pendant soll es auf der anderen Uferseite gegeben haben und zwischen diesen Türmen wurde früher ein Seil gespannt, um die Zufahrt auf dem Wasserweg zu kontrollieren.

Wir spazierten dann durch die Jardines de Christina am Nobelhotel Alfonso XIII vorbei zu den Außenmauern des Alcazar. Hier ist man dann auch schon mittendrin im historischen Santa Cruz Viertel mit seinen verwinkelten engen Gassen und kleinen idyllischen Plätzen mit Orangenbäumen und versteckten Restaurants. Für Geschichtsbegeisterte gibt es hier u.a. auch das Casa de Salinas oder das Hospital los Venerables zu besichtigen.

Direkt angrenzend an die Gärten des Alcazar lohnt auch ein Gang durch die öffentliche Gartenanlage Jardines de Murillo.

Dieser ist zweigeteilt, der größere Teil erstreckt sich entlang der Av. de Menéndez Pelayo und wird rege von Einheimischen für Picknicks und Freizeitgestaltung genutzt. Der kleinere und ruhigere Teil besticht durch eine vielseitige, dichte Vegetation und den schon monumental wirkenden Lianenbäumen mit ihren weit verzweigten riesigen Wurzeln. Hier bieten mit bunten Mosaiksteinen verzierte Bänke Gelegenheit zur Entspannung.

Südlich angrenzend befindet sich das mächtige Universitätsgebäude, das früher einmal eine Tabakfabrik war. Von hier aus geht es weiter Richtung Plaza de España.

Vorher aber führt der Weg durch den Parque Prado de San Sebastián, einem schönen Park mit Wasserspielen und vielen Schatten spendenden Bäumen und einer Cafébar.

Plaza de España

Und dann erreicht man den wohl bekanntesten Platz von Sevilla, den Plaza de España.

Im Jahr 1929 fand hier die iberoamerikanische Weltausstellung statt, die den Frieden mit den amerikanischen Kolonien symbolisieren sollte. Insgesamt 18 Länder errichteten verschiedene Gebäude mit diesem imposanten Platz als Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

Stolze 200 Meter lang ist das halbrunde und mit Säulengängen versehene Gebäude, das den Platz nach Osten hin umschließt. Aufwendig gestaltete Bodenbeläge, mit Keramik verzierte Laternen und Brüstungen, Springbrunnen, Pferdekutschen und ein Wasserkanal mit Booten zeichnen diese Piazza aus.

Sehr auffällig sind die vor dem Gebäude angebrachten, mit bunten Mosaikfliesen versehenen Bänke. Es sind insgesamt 52 an der Zahl und diese symbolisieren die 52 spanischen Provinzen mit jeweils individuell gestalteten Motiven.

Man kann hier auch Boote mieten und über den 500 Meter langen Kanal schippern oder den Flamenco Tänzern zusehen, die hier immer wieder auftreten. Schließlich stammt dieser Tanz ja auch aus Andalusien

Der Plaza de España liegt inmitten des riesigen, über 400.000 m² großen Parks namens Parque de Maria Luisa.

Hier findet man eine dichte und abwechslungsreiche Vegetation vor, von tropischen Pflanzen bis hin zu imposanten Lianenbäumen. Zwischendrin gibt es zahlreiche kleinere Bauwerke, die massgeblich anläßlich der vorgenannten Weltausstellung entstanden, sowie Teichanlagen, Springbrunnen und Statuen. Weiterhin sehenswert ist der innerhalb dieses Parks gelegene Plaza de America mit zwei wunderbaren historischen Gebäuden, in denen heute Museen untergebracht sind.

 

Nördliches Stadtzentrum

Wir unternahmen von unserem unten beschriebenen Hotel aus einen Spaziergang durch das nördliche historische Zentrum, um in erster Linie das berühmte Stadtpalais Casa de Pilatos zu besichtigen.

Auf dem Weg dort hin haben noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten besucht und das besondere Flair dieser Stadt weiter kennengelernt.

Unseren Rundgang mit den jeweiligen Zwischenstopps seht Ihr auf der Karte rechts.

 

Keine 10 Gehminuten von unserem Ausgangspunkt entfernt erreichten wir den Plaza del Salvador mit der imposanten Barockkirche El Divino Salvador.

Hier findet man zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants, die augenscheinlich bei den Einheimischen sehr beliebt sind. Egal zu welcher Tageszeit, man trifft sich hier auf ein Gläschen, kein Wunder, denn ein kleines Bier bekommt man hier schon für unter einem Euro. Diese lebhafte Gegend wirkt noch sehr authentisch, Touristen sieht man hier nur wenige.

Restaurant Tipp

Sehr gut gespeist haben wir hier in einer kleinen Nebenstraße in der Tapasbar Universal.

Der Name wirkt erst einmal etwas befremdlich, aber nachdem man an einem der Holztische Platz genommen hat, bekommt man bei sehr freundlichem Service äußerst raffinierte Tapas und weitere andalusische Spezialitäten serviert.

Unprätentiös, gemütlich, authentisch, empfehlenswert.

Weiter geht´s nach Norden durch die Fußgängerzone Calle Cuna zum Palacio de la Condesa de Lebrija, einem Palast aus dem 16. Jahrhundert. Der Eingang ist recht unscheinbar, im Innern verbirgt sich aber ein prunkvolles Gebäude mit arabischen und römischen Baustilen. Wir haben allerdings eine Innenbesichtigung ausgelassen, denn ein weiterer, noch deutlich prachtvollerer Palast kommt ja noch.

Einen architektonischen Kontrast zu den historischen Gebäuden bildet das futurisch wirkende Bauwerk Metropol Parasol an der Calle Imagen. Dieses wird auch Setas de Sevilla (Pilze von Sevilla) genannt, denn die eigenwillige Hybridkonstruktion erinnert an diese Gewächse. Im Innern befindet sich das Archäologische Museum. Diese Baukonstruktion kann man auch erklimmen, auf geschwungenen Stahlkonstruktionen führt ein Weg über das Dach

 

Von hier aus geht es weiter über den netten Plaza Cristo de Burges zu einem weiteren, unbedingt sehenswerten Highlight von Sevilla, zum Casa de Pilatos.

Dieses opulente Stadtpalais aus dem 15. Jahrhundert stellt eine Paradebeispiel dar, wie für die Renaissance prägende Stilrichtungen mit der Mudejar Architektur verschmolzen wurden. Mittelpunkt des Ensembles ist der großzügige Innenhof mit marmorenen Säulengängen. Die Wände sind mit Mosaikkacheln verziert und die Hufeisenbögen mit ornamentalen Details, wie man es von der islamischen Baukunst kennt, ausgearbeitet.

Das Casa de Pilatos kann durchaus mit dem Alcazar konkurrieren, nicht im gleichen Größenverhältnis, aber hinsichtlich der baulichen Pracht.

In den Innenräumen erwarten den Besucher reichlich mit bunten Mosaikfliesen versehene Räume, aufwendig gearbeitete Holzdecken sowie viele typisch maurische Details.

Die Gartenanlagen in weiteren Innenhöfen sind gärtnerisch schön gestaltet, ideal für eine Pause in idyllischer Umgebung inmitten einer lebhaften Stadt.

Und Tanzbegeisterte können diesen Spaziergang noch mit einem Besuch im Flamenco Museum beenden.

Sevilla ist wirklich toll, wir waren nun schon zweimal hier und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Unsere Unterkunft in Sevilla

Hotel Inglaterra

Auf historischen Aufnahmen erkennt man noch einen prachtvollen Altbau, heute wirkt das Gebäude von außen aber recht schlicht und versprüht nur wenig Charme. Innen entpuppt es sich aber als ein nettes und gemütliches Hotel, in dem noch einige Stilrichtungen der alten Zeit erhalten blieben.

Gleich neben dem Empfang geht es in das angeschlossene Restaurant, das auch für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Dieses bietet neben einer gut sortierten Bar ein gemütliches Ambiente mit sehr guten Tapas und spanischen Spezialitäten. Im ersten Stock befindet sich eine Lounge sowie der Frühstücksraum, die ebenfalls sehr ansprechend gestaltet sind und dank großer Panoramafenster einen schönen Blick auf den Stadtplatz bietet. Auf dem Dach gibt es eine große Terrasse mit Bar, die aber während unseres Aufenthaltes leider wegen Umbau geschlossen war.

Wir gönnten uns eine geräumige Junior Suite mit zwei ineinander gehenden Zimmern, die zum Plaza Nueva hin ausgerichtet waren. Die Einrichtung wirkt auf den ersten Blick ein wenig antiquiert, es sind aber neu angefertigte Möbel in eben diesem Stil. Alles war sehr gepflegt und ordentlich. Morgens und abends versammeln sich direkt vor dem Hotel hunderte von grünen Papageien und liefern ein wunderbares Pfeifkonzert ab. Sehr schönes Hotel in sehr guter und verkehrsberuhigter Lage, man erreicht alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von hier aus bequem zu Fuß.

www. Hotel Inglaterra

Sevilla war Teil dieser Reise

November 2021

Malaga - Cordoba - Sevilla - Ronda - Estepona - Marbella - GranadaLa Manga - Valencia

 

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