Bariloche - die Schweiz Argentiniens

Während die Umgebung von Bariloche von Naturschönheiten nur so strotzt, versprüht die Stadt selbst kaum einen nennenswerten Charme.

Lediglich der zentrale Platz mit dem Gemeindezentrum und dem Museo de la Patagonia ist sehr hübsch. Eine mächtige Reiterstatue wird hier eingerahmt von schönen steinernen Gebäuden mit Holzbalkonen. An dem begrünten Hang vor dem Platz liegen die Einheimischen auf der Wiese und genießen die Sonne und den Blick auf den See.

Von diesem Platz aus kann man durch die Fußgängerzone Richtung Osten schlendern und gelangt zur imposanten Catedral Nuestra Senora del Nahuel Huapi. Die im neugotischen Stil erbaute Kirche liegt in einem schönen kleinen Park.

Und nun zum Highlight dieser Region: die Rundfahrt auf dem Circuito Chico. 

Diese rund 60 Km lange Straße führt durch eine malerische Landschaft aus Seen und Wäldern vor einer fantastischen Bergkulisse. Bereits am Anfang dieser Tour weist ein etwas unscheinbare Hinweisschild zum Cerro Campanario. Mit einem Sessellift (man kann natürlich auch zu Fuß gehen) geht es auf etwas über 1.000 m Höhe. Von hier aus hat man einen wunderschönen Rundumblick auf diese wunderbare Landschaft.

Man sollte möglichst früh kommen, denn ab ca. 10.00 h kommen die Reisebusse und es kommt zu Warteschlangen. Es gibt noch weitere Bergstationen in der Umgebung, aber der Cerro Campanario ist sicherlich die beste und schönste Option.

Die Straße führt dann weiter nach Llao Llao. Bei der Einfahrt in dieses kleine Dorf fällt einem sofort das herrschaftliche Llao Llao Resort ins Auge, das auf einem Hügel thront. Luxuriöser kann man in dieser Gegend sicherlich nicht wohnen, allerdings hat diese Nobelherberge auch seinen Preis.

Gleich gegenüber befindet sich der Puerto Panuelo. Von diesem Hafen aus werden verschiedene Bootsfahrten angeboten.

Nach nur wenigen hundert Metern weiter erreicht man den Parque Municipal, Ausgangspunkt für verschiedene Wanderwege.

Allen voran können wir den Sendero Arrayanes Y Lago Moreno empfehlen. Diese gut einstündige Wanderung beginnt mit einem dichten Laubwald voller hoher Bäume.

Dann geht es einen Hang bergabwärts zu einer Abzweigung, die zu den berühmten, vom Aussterben bedrohten Arrayanes Bäumen führt. Diese Gehölzart mit ihrer roten Baumrinde kommt massgeblich im Parque National Los Arrayanes bei Villa la Angostura vor, wobei sie hier in noch schöneren Farben erstrahlen.

Auf einem Holzsteg führt ein Rundweg durch diesen kleinen Arrayanes-Wald.

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Moreno See. Tiefblaues Wasser mit grünem Schilf und Totholz, dazu ein Bergpanorama im Hintergrund. Sehr schöner Endpunkt eines schönen Wanderweges.

Wieder zurück zum Ausgangspunkt dieses Wanderweges kann sollte man die Straße beim Parkplatz überqueren und eine weitere empfehlenswerte Wanderung Richtung Villa Tacul unternehmen. Dieser Weg ist ausgeschildert als Sendero Cerro Llao Llao und führt gut 3 Km durch eine hügelige Waldlandschaft.

In Villa Tacul dann angekommen wird man belohnt mit einem wiederum wunderschönen Ausblick auf eine malerische Bucht des Lago Nahuel Huapi. Hier kann man sich an einem kleinen Strand entspannen oder auch baden gehen.

Nach Villa Tacul kann man auch mit dem Auto fahren, allerdings ist die unbefestigte Straße in Teilbereichen in nicht allzu gutem Zustand.

In dieser Gegend gibt es natürlich viele weitere Möglichkeiten von Wanderungen, neben den vorgenannten Naturschönheiten haben wir noch den Lago Escondido sowie die Puente Romano erwandert. Auch diese Wanderwege können wir sehr empfehlen. 

Fährt man nun weiter so gelangt man zum Mirador Cerro Capilla, einem Aussichtspunkt, den man über eine kurze Holzbrücke erreicht.

Wiederum kann man hier ein schönes Bergpanorama und die Bahia López bewundern. Angeblich soll man hier auch besonders gut den argentischen Kondor sichten können, wir hatten allerdings kein Glück.

Etwa 10 Fahrminuten weiter gelangt man zum Arroyo Lopez, dem Ausgangspunkt für eine längere Wanderung zum über 2.100 m hohen Cerro Lopez. 

Man muß ja nicht unbedingt bis zum Gipfel wandern, aber zumindest sollte man den unteren Teil dieses Wanderweges sich nicht entgehen lassen. Dieser führt nämlich sehr schön an einem Fluß entlang, der scheinbar bei höherem Wasserstand mächtige Kräfte entwickelt. Das sieht man an den vielen um- und mitgerissenen Bäumen und an dem Felsgeröll.

Noch ein paar Fahrminuten weiter erwartet einen dann der nächste Aussichtspunkt, der Punto Panorámico mit einem herrlichen Weitblick auf den Lago Perito Moreno und das gegenüber liegende Llao Llao. Im Hintergrund runden die Anden diesen Augenschmaus auf.

Kurz vor dem Punto Panorámico kann man in das gleichnamige Restaurant einkehren und von der Terrasse aus einen ebenso schönen Ausblick genießen. Von der Kaarte sollte man die gute lokale Hausmannskost bestellen, die angepriesenen Pizzen sahen weniger gut aus.

Tipp: Unsere uneingeschränkte Restaurant-Empfehlung lautet El Boliche de Alberto. Es gibt gleich zwei davon in Bariloche, eines im Stadtteil Playa Bonita an der Av. Exequiel Bustillo und ein weiteres direkt im Stadtzentrum in der Villegas Straße.

Man sitzt an einfachen Holztischen und es gibt Fleischspezialitäten frisch vom Holzkohlengrill. Die Portionen sind riesig -ein normales Steak hat hier gute 400 bis 500 Gramm - und die Atmosphäre ist absolut authentisch. 

Ein weiterer netter Ausflug führt zum Lago Gutiérrez, etwa 30 Fahrminuten südlich von Bariloche. Dieser ist im Sommer bei den Einheimischen scheinbar sehr beliebt, denn überall erfreuen sich die Menschen an einem erfrischen Bad im See.

So ist die Straße, die zu einem weiteren Teil des Parque Nacional Nahuel Huapi führt, voll mit parkenden Autos. Man sollte sich aber nicht abschrecken lassen, denn am Ende dieser Straße führt ein sehr schöner Wanderweg entlang einen kleinen Flusses zum Cascada de los Duendes, einem schönen Wasserfall. Hier ist man dann auch nur noch mit wenigen Menschen unterwegs und kann die herrliche Natur in vollen Zügen genießen.

Etwa 25 Km westlich von Bariloche kann man noch ein Dorf besuchen, das man in dieser Form hier nicht erartet hätte. In der Colonia Suiza wird die Schweizer Lebensart nachgestellt und man kann Häuser im typischen Alpenstil bestaunen.

Ende des 19. Jahrhunderts gegründet ist es die älteste europäische Siedlung in dieser Gegend. Es wirkt alles sehr touristisch, lohnt aber einen Abstecher, zumal die Fahrt dort hin sehr schön ist.

Weitere Impressionen von Bariloche und Llao Llao

Unsere Unterkünfte in Bariloche

LIROLAY SUITES HOTEL

Fährt man vom Stadtzentrum von Bariloche in Richtung Llao Llao, dann erreicht man nach 10-15 Fahrminuten dieses kleine Hotel. Es liegt direkt an der Hauptstraße, aber alle Zimmer sind von der recht stark befahrenen Straße abgewandt und völlig ruhig zum unmittelbar angrenzenden Lago Nahuel Huapi ausgerichtet.

In einem kleinen Nebengebäude wird man sehr individuell und herzlich empfangen. Hier wird auch morgens das Frühstück serviert.

Dann wird man zu seinem Zimmer geführt und unmittelbar nach dem Öffnen der Zimmertür überkommt einen das Wow-Gefühl. Die Größe erinnert eher an eine kleinere Wohnung, denn man wird mit einem Wohn- und Küchenbereich sowie einem Schlafbereich, großem Badezimmer und Ankleidebereich verwöhnt. Neben einem offenen Kamin wird einem auch noch ein Wirlpool direkt am Fenster mit Blick auf den See geboten.

Vom eigenen Balkon aus genießt man einen wunderschönen Ausblick und es fliegen ständig eine Menge von Adlern an einem vorbei. Das Hotel liegt an einem Hang mit mehreren Terrassen, auf denen man sich auf bereit stehenden Liegen entspannen kann. Auch besteht die Möglichkeit, von einem kleinen steinigen Strand aus im See baden zu gehen.

Alles in allem ein sehr schönes, familiär geführtes Hotel.

www. Lirolay Suites Hotel

ARELAUQUEN LODGE

Dieses schöne Hotel liegt etwa 25 Fahrminuten südlich des Stadtzentrums mitten in einer riesigen Golfplatz-Community mit luxuriösen Villen. Man muß einen Kontrollpunkt passieren, bekommt dort einen Plan und macht sich auf zum Hotel.

Dort angekommen wird man sehr freundlich empfangen und bereits der erste Ausblick auf die umliegende Landschaft ist wunderschön. Man wohnt hier mitten in der Natur vor einer Golfplatz- und Bergkulisse.

Die Zimmer sind nicht sonderlich groß, aber völlig ausreichend und sehr gepflegt. Im Lounge-Bereich mit man mit kleinen Snacks und guten Drinks verwöhnt. Das nicht allzu große und eher familiäre Hotel verfügt auch über ein Restaurant und einen Pool.

www. Arelauquen Lodge

Bariloche und Llao Llao waren Teil unserer folgenden Reise:

Januar 2019

Buenos Aires - Bariloche - Tronador - Villa La Angostura - Los Arrayanes Nationalpark - San Martin de los Andes - El Calafate - Perito Moreno Gletscher