Buenos Aires - Tango und viel mehr

Ausgangs- und Endpunkt unserer Reise nach Patagonien war Buenos Aires, eine wirklich sehenswerte Stadt. Wir entschieden uns, im Hafengebiet der Stadt zu wohnen und haben dann auch gleich einmal Puerto Madero erkundet.

Früher wurden hier Schiffe abgefertigt und Güter aller Art umgeschlagen. Heute ist es ein schickes Viertel mit schön restaurierten Backsteingebäuden und modernen Büro- und Wohnhochhäusern. Ein Spaziergang entlang des Hafenbeckens ist sehr schön, gerade den Kontrast von Alt und Neu kann man hier sehr gut erleben.

Sehr markant und auffällig ist die Fußgängerbrücke Puente de la Mujer, die die beiden Seiten des Hafenbeckens miteinander verbindet. Architektonisch ein Hingucker, ist es doch teils eine Hängebrücke, die aber auch verschwenkt werden kann, damit die Schiffe in den Hafen fahren können.

Abends wird diese erleuchtet und die Menschen treffen sich hier bei bester Stimmung.

Auf beiden Seiten des Hafenbeckens findet man neben zahlreichen Bars und Cafés insbesonders viele gute Steak-Restaurants. In diesen wird das Fleisch immer auf offenen Holzkohlegrills gebraten, schmeckt einfach nochmal besser. Wir waren in mehreren Lokalen, besonders gut haben uns folgende gefallen:

Tipp: Im südlichen Teil des Hafenbeckens liegt das Estilo Campo, das man vom unten beschriebenen Hotel Madero bequem zu Fuß erreicht. Am Eingang geht es vorbei an den berühmten Lamm-Spießen (sog. patagonische Lamm), die am offenen Feuer gegart werden, in einen schönen Speisebereich mit Holztischen und Blick auf die Promenade und das Wasser.

Es werden sehr authentische Grillspezialitäten in einer lockeren und ungezwungenen Atmosphäre geboten, die Portionen sind riesig und es gibt sehr leckere Vorspeisen und Beilagen. Sehr freundlicher Service und wärmstens zu empfehlen.

Die zweite Empfehlung in Puerto Madero ist das Restaurant Cabana Las Lilas. Dieses gibt sich etwas feiner und schicker und ist bei den Einheimischen für Feierlichkeiten sehr beliebt. Man sitzt auf einer wunderschönen Terrasse mit direktem Wasserblick und wird mit raffinierten Köstlichkeiten verwöhnt.

Die Steaks sind - wie eigentlich überall - auch hier hervorragend und das schöne Ambiente wird durch den guten Service nochmal betont. Man muß hier allerdings mit etwas höheren Preisen rechnen.

Die Stimmung in den frühen sowie späteren Abendstunden hier ist wunderbar, die Menschen schlendern über die Promenaden, die Lokale sind voll, alles schön erleuchtet und es wird getanzt. Tangotänzer sieht man immer wieder, die schon vor dem Sonnenuntergang beginnen und wahrhaft künstlerische Vorführungen in der Abenddämmerung darbieten.

Buenos Aires hat natürlich noch viel mehr zu bieten als Puerto Madero. Der Concierge in unserem Hotel empfahl uns für eine erste Stadterkundung anstelle einer Fahrt mit dem Hop-On Hop-Off Bus lieber eine individuell geführte Tour zu buchen und das war eine sehr gute Empfehlung.

Wir wurden am Hotel von einem sehr freundlichen Fahrer abgeholt und los ging die gut 3 stündige Tour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Maria, unser Tour-Guide, war exzellent und erklärte uns während der Fahrt im komfortablen Kleinbus alles Wissenswerte. Man merkte sofort, dass sie ihre Stadt und ihre Geschichte bestens kennt.

An den besonders interessanten Stellen hält der Bus und man macht einen kleinen Spaziergang. Der erste Stop war der Plaza de Mayo, der älteste und bekannteste Platz der Stadt, an dessen Stirnseite sich der imposante Regierungssitz des Präsidenten befindet.

Überhaupt findet man rund um den Plaza de Mayo viele prächtige Gebäude, so z.B. das der Banco de la Nación oder das alte Rathaus, das eher an eine Kirche erinnert. 

Nicht zu übersehen ist hier auch die Kathedrale von Buenos Aires, in der sich das Mausoleum von José de San Martín, ein in Argentinien angesehener südamerikanischer Unabhängigkeitskämpfer, befindet. Alle zwei Stunden marschieren Soldaten in historischen Uniformen vom Regierungssitz über den Platz zum Mausoleum zur Wachablösung.

Geht man von hier aus Richtung Süden, so kommt man in den Stadtteil San Telmo, der als einer der ältesten der Stadt zählt. Hier dominieren Altbauten aus dem 19. Jahrhundert das Straßenbild und man findet hier viele kleine Lokale, Geschäfte, Tango-Bars sowie den bekannten Mercado, eine schöne Markthalle mit zahlreichen Läden.

Die Busfahrt ging dann weiter in den südlich gelegenen Stadtteil La Boca. Für die Fußballfans geht es vorbei an dem knapp 60.000 Besucher fassenden Stadion La Bombonera. Hier befindet sich auch ein Museum für den bekannten Fußballer Diego Maradona, der hier sehr verehrt wird und angeblich auch gelegentlich hier anzutreffen ist.

Der Bus macht dann einen weiteren Stop im Straßenviertel von Caminito. Die Häuser hier sind in bunten Farben bemalt und es gibt eine reichhaltige Auswahl an Läden und Restaurants. Obwohl es etwas touristisch ist, macht es Spaß, bei einem schönen Spaziergang durch die Gassen zu schlendern und das ausgelassene Treiben der Menschen zu erleben sowie den immer wieder auftauchenden Tangotänzern zuzusehen.

Und weiter geht die Tour Richtung Norden auf der Av. del Libertador am schönen Plaza General San Martin mit dem Torre Monumental vorbei zum Stadtteil Recoleta. An den schönen Straßen, prächtigen Häusern und Botschaftsgebäuden erkennt man, dass hier die wohlhabende Bevölkerung von Buenos Aires wohnt.

In diesem Viertel gibt es einige Sehenswürdigkeiten, fangen wir mit der Floralis Genérica an. In einem kleinen Park an der Av. Pres. Figueroa Alcorta steht diese riesige, aus Stahl und Aluminium bestehende Blume, die sich nach der Tageszeit und den Lichtverhältnissen wie eine echte Blume öffnet und schließt.

Auf der ggü. liegenden Straßenseite befindet sich in einem schönen Park mit alten und mächtigen Bäumen das sehenswerte Museo Nacional de Bellas Artes mit einer Kunstsammlung, die zu den wichtigsten Lateinamerikas gehört. Daneben gibt es Wanderausstellungen, wir hatten das große Vergnügen, die Sammlung von William Turner zu sehen.

Für eine kurze Pause bietet sich der angrenzende Plaza Francia mit Parkbänken und Schatten spendenden Bäumen an.

Das absolute Highlight dieses Viertels ist aber der Friedhof La Recoleta. Hier sind nahezu 4.700 monumentale Grabmale zu bewundern, die allesamt sehr aufwändig verziert und größtenteils aus wuchtigem Marmor erstellt wurden. Einige von ihnen stehen unter Denkmalschutz. Dieser Friedhof zählt zu den 10 schönsten Ruhestätten weltweit und man sollte sich wirklich etwas Zeit nehmen, diese wunderbaren Mausoleen zu bestaunen.

Hier wurden zahlreiche Persönlichkeiten begraben, so neben Präsidenten auch hochrangige Geistliche, wohlhabende Geschäftsleute, Schauspieler und Schriftsteller, Wissenschaftler und hohe Militärs. Das bekannteste und meist besuchte Grab ist das von Eva Perón, der Frau des Präsidenten Juan Perón, die man auch von dem bekannten Musical Evita kennt.

Vor dem Haupteingang zum Friedhof La Recoleta kann man noch in einem schön angelegten Park ein wenig entspannen und den Blick auf die Basilica Nuestra Senora del Pilar genießen, die bei Hochzeitspaaren beliebt ist.

Unübersehbar ist hier der über 200 Jahre alte riesige Gummibaum namens Gomero de la Recoleta mit seinen weit auskragenden Zweigen, die teils schon gestützt werden müssen. Angrenzend an diesen Park gibt es auch einige nette kleinere Restaurants, wo man sich wieder stärken kann.

Die Bustour endet hier am Friedhof und man kann sich entscheiden, entweder mit dem Bus zum Hotel zurückfahren oder in dem schönen Recoleta-Viertel noch etwas zu bleiben und zu Fuß die netten Straßen erkunden. Wir hatten uns für Letzteres entschieden und sind dann mit dem Taxi zurück gefahren, die in Buenos Aires sehr günstig sind.

Am letzten Tag vor unserer Rückreise nach Deutschland sind wir noch etwas durch die Stadt gelaufen, um uns noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten anzusehen. Zunächst sind wir vom vorgenannten Plaza de Mayo in die Av. de Mayo abgebogen. Diese Straße erinnert ein wenig an Paris, denn beeindruckende Altbauten und mächtige Bäume säumen diese Allee.

Nach rund 600 m stößt man auf die gewaltige Nord-Süd Tangente, die Av. 9 de Julio mit ihren bis zu 20 Fahrstreifen. Die Straße ist sehr stark befahren und laut, aber durch die Grünstreifen, die zwischen den Fahrbahnen angelegt sind, dennoch ansehnlich.

Nach wenigen Metern Richtung Norden gelangt man zu dem Wahrzeichen der Stadt, dem 67 m hohen Obelisken.

Wir waren dann aber auch wieder froh, der Hektik dieser großen Straße entfliehen zu können und bogen nach Westen ab zum Plaza Lavalle. Dies ist ein besonders schöner Stadtpark, der von bedeutenden Gebäuden umrahmt wird.

Besonders auffällig ist das rötliche Gebäude mit seiner prächtigen Fassade, dahinter verbirgt sich der Oberste Gerichtshof des Landes. Gegenüber erscheint dann die Rückseite des Theatro Colón, der Oper von Buenos Aires, und daneben gleich die Synagoge. Der Park ist mit seinen Wasserspielen, seinen mächtigen Bäumen und vielen Sitzbänken ein schöner Ruhepol in dieser Großstadt.

Wir sind dann noch durch kleine Nebenstraßen Richtung Recoleta gelaufen. Dabei kann man das authentische Leben der hier lebenden Menschen, abseits der touristischen Wege, gut erleben.

Erwähnen möchten wir dabei noch den Plaza Rodríguez Pena, an dessen Längsseite sich das prächtige Gebäude des Bildungsministeriums befindet. Dies ist ein weiterer schöner kleiner Park, der mit seinen unterschiedlichen Bäumen und Pflanzen fast schon botanischen Charakter hat.

Zu guter Letzt möchten wir Euch noch einen Besuch des ökologischen Schutzgebietes Reserva Ecológica Costanera Sur in Puerto Madero empfehlen. Es ist kaum zu glauben, dass es in dieser hektischen Großstadt ein solch großes Naturschutzpark gibt mit Lagunen und einer reichhaltigen Flora und Fauna.

Leider war der Park an unserem Besuchstag geschlossen, sodass wir lediglich außerhalb des Parks die Promenade entlang geschlendert sind. Aber schon dieser Spaziergang ist sehr schön, hat man doch auf der einen Seite die riesige Grünfläche mit Reihern, Adlern sowie Vögeln verschiedenster Art und auf der anderen Seite die moderne Skyline von Madero. 

Buenos Aires ist eine sehens- und erlebenswerte Stadt, leider waren wir viel zu kurz hier, sodass wir nur einen Teil dieser Stadt erkunden konnten. Wir müssen also nochmal dort hin ....

Weitere Impressionen von Buenos Aires

Unsere Unterkünfte in Buenos Aires

Wir haben zwei Hotels ausgesucht, die beide im sehr schönen Puerto Madero Viertel liegen. Hier wohnt man zwischen historischen Hafengebäuden und modernen Hochhäusern sowie am Wasser. Besonders angenehm ist es, dass man hier ohne den lauten Großstadtlärm übernachten kann.

Bei unserer Anreise wohnten wir im Hotel Madero und die letzten beiden Tage vor unserer Rückreise im Hilton Buenos Aires.

HOTEL MADERO

Dieses Hotel liegt am unteren Ende des ehemaligen Hafenbeckens und ist in einem Boutique-Stil eingerichtet. Die modern gestaltete Eingangshalle ist durch die Aufzugsanlage getrennt, im hinteren Bereich befinden sich verschiedene Sitzgelegenheiten, ein kleiner Innenhof sowie die Bar. Angrenzend gibt es ein gutes Restaurant, wo auch das Frühstück serviert wird.

Der Empfang ist sehr aufmerksam und unser Zimmer war sehr ordentlich mit ausreichend Platz. Wir schauten in den begrünten Innenhof, wo sich am Abend Hunderte von Papageien versammelten.

Im obersten Stock befindet sich ein Wellness-Bereich mit Pool und schöner Außenterrasse. Insgesamt ein empfehlenswertes Hotel, zumal im Vergleich zu anderen Hotels der Stadt dieses ein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis bietet.

www. Hotel Madero

HILTON BUENOS AIRES

Beim Betreten dieses Hotels ist man gleich am Anfang schon einmal sehr beeindruckt von der riesigen Eingangshalle, in der sich die Rezeption sowie gemütliche Sitzecken und eine gut sortierte Bar befinden. Angrenzend befinden sich noch ein gutes Restaurant sowie ein kleiner Laden. Man wird sehr freundlich empfangen und fährt dann mit Glasaufzügen zu seinem Zimmer.

Wir hatten die Kategorie Executive Room gebucht, damit bekommt man Zugang zu einer Lounge im obersten Stock, wo man entspannt den Ausblick genießen kann und nicht nur Frühstück, sondern den ganzen Tag über kleinere Gerichte und Getränke bekommt, alles inklusive. Von hier aus hat man auch direkten Zugang zu der großen Dachterrasse mit Pool und Sonnenliegen.

Unser Zimmer mit Blick auf die Stadt war geräumig und sehr ordentlich gepflegt. Die Fenster kann man nicht öffnen, aber die Klimaanlage ist gut regelbar und sehr leise.

Die Lage ist ebenfalls perfekt, man kann bequem in die Stadt laufen, an der Hafenpromenade spazieren gehen und in der näheren Umgebung gibt es zahlreiche schöne Restaurants. Nichts zu meckern, sehr empfehlenswert.

www. Hilton Buenos Aires

Buenos Aires war Teil unserer folgenden Reise:

Januar 2019

Buenos Aires - Bariloche - Tronador - Villa La Angostura - Los Arrayanes Nationalpark - San Martin de los Andes - El Calafate - Perito Moreno Gletscher