Bei Präsident Roosevelt zu Hause

Campobello Island haben bei einem Tagesausflug von St. Andrews by the Sea aus besucht. Bereits die Anfahrt von der kanadischen Seite aus ist ein kleines Erlebnis. Man erreicht das Ziel nur übers Wasser.

Zuerst gehts mit dem Auto etwa 45 Minuten lang bis zu dem kleinen Fischerort L´Ètete. Die Straße hört hier auf und ein großes Schild weist auf die bevorstehende Schiffsfahrt mit einer Autofähre zur nächsten Insel Deer Island hin. Diese Verbindung ist kostenlos und verkehrt alle 30 Minuten zur vollen und halben Stunde.

Deer Island hat nicht allzuviel zu bieten, also durchquert man die Insel, und am anderen Ende der Insel steht man wiederum vor einem eher improvisiert wirkendem Schild, das auf die Überfahrt zur Campobello Island hinweist.

Man sucht hier vergeblich eine Rampe oder dergleichen, vielmehr erfolgt das Befahren der kleinen Fähre über einen steinigen Strand. Also schlittert man über den schottrigen Untergrund rauf aufs Schiff. Die kostenpflichtige Überfahrt dauert eine knappe halbe Stunde.

Auf Campobello Island angekommen, geht es als erstes zum Roosevelt Campobello International Park. Im Visitor Center bekommt man alle nötigen Informationen und gleich nebenan erwartet einen schon das Highlight dieses Ausfluges, das Roosevelt Cottage.

Bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts verbrachte der spätere amerikanische Präsidenten Franklin D. Roosevelt die Sommerferien auf diesem Anwesen. Auch als Präsident besuchte er noch drei Mal diese schöne Insel. Amerikanische Präsidenten verbringen ja traditionell die Ferien im eigenen Land, Campobello Island liegt aber auf der kanadischen Seite. Also wurde das private Roosevelt-Anwesen kurzerhand zu US-amerikanischem Hohheitsgebiet erklärt.

Man kann dieses ehemalige Wohnhaus besichtigen. Von außen wirkt das Gebäude gar nicht so groß, aber im Innern bietet dieses Cottage, also "kleine Landhaus", 34 Zimmer. Die kolonial anmutende Architektur sowie die kräftige Farbgebung sind sehr markant und man kann sich gut vorstellen, dass sich die Roosevelts hier wohl gefühlt haben.

Man kann eine Führung mit machen oder auch selber durch das Haus schlendern.

Man sollte hier nach dem Besuch des Hauses noch einen Spaziergang durch den umliegenden Park unternehmen. Ende des 19. Jahrhunderts haben Geschäftsleute aus Boston und New York diese Gegend entdeckt und es zu einer Sommerresidenz für wohlhabende Persönlichkeiten entwickelt. Aus dieser Zeit stehen noch fünft prachtvolle Villen, die man bei einem Rundgang von außen besichtigen kann.

Ein kurzer Weg führt dann hinab zum Wasser und von einem Steg aus kann man die Landschaft nochmal genießen.

Man sollte sich bei diesem Ausflug nicht nur auf die Besichtigung der Villen beschränken, sondern den gesamten Park noch erkunden. Mit dem Auto kann man diverse Aussichtspunkte anfahren und natürlich unzählige Wanderungen unternehmen.

Genau gegenüber vom Roosevelt Cottage führt die gut ausgebaute Schotterstraße durch herrliche Wälder bis hin zum südlichsten Zipfel der Insel, dem Liberty Point. Hier sollte man zumindest ein Stück an der schönen Küste entlang spazieren gehen.

Auf dem Rückweg kann man dann bei einer unscheinbaren Krreuzung im Wald links abbiegen auf den Fox Hill Drive, der wiederum zur Hauptstraße, der R 774, führt. Unterwegs gibts auch hier wieder viele kleine Abzweige, die zu schönen Aussichtspunkten führen. 

Auch ein schöner Spaziergang durch eine große Lichtung im Wald mit farbenprächtigen niederen Büschen und verschiedenen Moosarten ist zu empfehlen.

Man kann nun entweder die gleiche Strecke mit den zwei Fährverbindungen zurück fahren oder über die USA auf dem Landweg. Wenn man sich für Letzteres entscheidet, dann muss man erst einmal die Einreiseformalitäten an dem kleinen Grenzort Lubec erledigen. Man braucht natürlich eine ESTA Anmeldung und trotz dieser muß man bis zu 30 Minuten Zeit einplanen für Fingerabdrücke etc., etwas mühsam und zeitaufwendig.

Der verschlafene Ort Lubec hat nicht allzuviel zu bieten, aber zumindest kann man sich hier bei einem Essen für die Heimfahrt stärken.

Tipp: Wenn man kurze Hauptstraße durch den Ort fährt, kommt auf der rechten Seite das erstaunlich gut besuchte Franks Dockside Restaurant. Wir haben rein geschaut und sind nach kurzer Zeit wieder gegangen. Völlig teilnahmsloser Service und viele scheinbar schon lange wartende Gäste.

Also die Straße weiter fahren und versteckt nach einer Kurve taucht das Inn on the Warf auf. Dies ist ein Motel mit angeschlossenem Restaurant und dies ist durchaus empfehlenswert. Sehr netter Service, schöne Atmosphäre und sehr gutes Essen. Wir hatten bei einem Ausblick auf das Meer und Fischerboote einen ganzen Hummer mit Beilagen für ganze 15 CAN$. 

Die Rückfahrt durch die USA ist unspektakulär, diese Gegend wirkt im völligen Gegensatz zu der kanadischen Seite eher verarmt und ungepflegt.

Der einzig sehenswerte Abstecher führt zum Saint Croix Island Historic Site. Hier gingen Anfang des 17. Jahrhunderts französische Auswanderer an Land und bauten eine dauerhafte Besiedelung von Europäern in Nordamerika auf. Es gibt ein paar Statuen und Schautafeln zu sehen.

Impressionen von Campobello Island

Hier gehts zur Bildergalerie mit weiteren Impressionen.

Campobello Island war Teil unserer folgenden Reise:

September 2017

Toronto - Niagara Fälle - Niagara on the Lake - Muskoka - Parry Sound - Algonquin Provincial Park - Montebello - Lac à l´Eau Claire - Quebec - Pointe au Pic - Tadoussac - Fredericton - Saint John - St. Andrews by the Sea - Campobello Island - Hopewell Rocks Park