Wandern im Biosphärenreservat

Von Berlin aus fährt man lediglich eine Stunde bis zum Spreewald, insofern haben wir diesen in der Vergangenheit schon mehrmals bei einer Tagestour besucht. Damals haben wir uns darauf konzentriert, diese wunderbare Landschaft vom Wasser aus zu erkunden. Dies kann man entweder mit einem eigenen Paddelboot, einem Leih-Kanu oder mit einer Kahnfahrt. Letztere wird dem Besucher an nahezu allen Orten im Spreewald angeboten.

Nun waren wir Anfang Oktober 2021 für 3 Tage hier und wollten uns auch einmal zu Fuß aufmachen. Also Wanderschuhe angezogen und los gings.

Sehr schöne Wanderungen haben wir unternommen von Lübbenau aus. Ausgangspunkt war jeweils der dortige Große Spreewaldhafen, wo es auch ausreichend gebührenpflichtige Parkplätze gibt. Von diesem Hafen aus werden zahlreiche Kahnfahrten angeboten, es gibt Verkaufsstände mit regionalen Produkten und ein paar Restaurants.

Unmittelbar angrenzend an den Hafen liegt das Schloß Lübbenau mit seinem schönen Park, der nach den Plänen des berühmten Landschaftsarchitekten Lenné erbaut wurde.

Das gesamte Anwesen blickt auf eine über 400 jährige Vergangenheit und Geschichte der Grafen zu Lynar zurück. In der jüngeren Geschichte empfanden wir ein Ereignis besonders interessant, hier fanden u.a. auch Treffen zur Vorbereitung des Attentats auf Hitler statt, an dem auch Wilhelm Graf zu Lynar beteiligt war.

Das Schloß wird heute als Hotel sowie Veranstaltungslocation genutzt und dem Park sollte man in jedem Fall einen Besuch abstatten.

Vom nördlich des Schlosses gelegenen Schloßteichs führt ein etwas versteckter Waldweg zum Lehder Fließ, einem der vielen Spreewaldkanäle. Von hier aus beginnt sicherlich einer der schönsten, wenn nicht der schönste Wanderweg des Spreewalds zum Gasthaus Wotschofska.

Der idyllische Weg führt erst einmal durch dichteres Waldgebiet und dann immer an den Wasserkanälen entlang, wobei man diese mehrmals über Holzbrücken überwinden muß. Es ist eine abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft, ideal für Naturliebhaber.

Nach einer guten Stunde überquert man dann die vorerst letzte Brücke und steht dann mitten in der weitläufigen Natur vor einem beeindruckenden Gasthaus mit großem Biergarten.

Dieses Ausflugslokal, das man natürlich auch mit einer Kahnfahrt erreichen kann, nannte sich früher "Waldhotel Wotschofska" und bezeichnete sich laut Eigenwerbung aus den 1930er Jahren als das "größte und vornehmste Etablissement im Spreewald" (siehe nachfolgendes Foto). Es ist in der Tat ein beeindruckender Holzbau und ideal für eine Stärkung, bevor es auf der gleichen Strecke wieder zurück geht.

Wer statt im Gasthaus Wotschofska sich lieber in Lübbenau stärken will, dem sei folgendes Restaurand am Großen Spreewaldhafen empfohlen:

Restaurant Tipp

Hinter einer Gartenhecke versteckt sich das Traditionslokal Zum grünen Strand der Spree, welches der Autogrammgalerie nach zu urteilen, auch bei der Prominenz aus Politik und Unterhaltung beliebt ist.

Man speist auf der schön begrünten und teilweise überdachten Terrasse oder im typisch traditionellen Innenraum und wird mit sehr guten bodenständigen Gerichten verwöhnt. Lecker und sehr gut!

Von Lübbenau nach Lehde und Leipe

Vor vorgenannten Hafen in Lübbenau geht es jetzt auf dem Leiper Weg in südöstliche Richtung. Zunächst läuft man noch auf einer Asphaltstraße durch die Ausläufer des Ortes und nach etwa 500 Metern beginnt ein wiederum wunderschöner Waldweg, der entlang eines schmalen Wasserkanals, dem Leiper Weggraben, verläuft.

Diesen Weg teilt man sich mit Fahrradfahrern und nachdem man etwa einen Kilometer weiter diesen alleenartigen und gradlinig verlaufenden Wanderweg marschiert ist, kommt eine Abzweigung nach links, die in den schönen kleinen Ort Lehde führt.

Lehde ist ein Publikumsmagnet, schließlich stellt man sich genau so das Leben im Spreewald vor. Hier spielt sich alles auf den Wasserkanälen ab, Autos gibt es nicht, sogar die Post und die Feuerwehr kommt mit dem Boot. Vom hiesigen Hafen aus werden natürlich Kahnfahrten angeboten und bei einem Spaziergang durch den Ort erlebt man die verschachtelten, bedingt durch die Wasserkanäle verwinkelt und teils versteckt gelegenen Häuser, die man teils auch nur über hölzerne Brücken erreicht. Sehr schön hier, aber auch recht touristisch.

Sehenswert ist das Freilandmuseum, wo man sich in den Spreewald des 19. Jahrhunderts zurückversetzt fühlt. 

Hier ist ein authentischer Teil eines sorbischen Dorfkerns wieder aufgebaut worden, dazu wurden Hofanlagen, Gebäudeteile und Gegenstände aus verschiedenen Teilen des Spreewaldes hierher gebracht und zusammengebaut. Man bekommt dabei einen sehr guten Eindruck von der Lebensweise und die Lebensumständen dieser Zeit. Sehr interessant.

Rund um den Hafen gibt es einige Restaurants und Einkehrmöglichkeiten, diese waren uns aber doch etwas zu überlaufen. Durch Zufall entdeckten wir bei unserem Gang durch den Ort in einem versteckten Winkel dieses Lokal:

Einkehr - Tipp

Das Gasthaus Oppott liegt an einem kleinen Nebenarm des Lehder Fließes und ist natürlich auch auf dem Wasserweg erreichbar.

Man sitzt neben der kleinen Anlegestelle in einem netten Garten und bekommt regionale Gerichte serviert, die allesamt sehr gut aussahen. Wir haben eines der Traditionsgerichte gewählt, Salzkartoffeln mit hausgemachtem Sahnequark und Spreewälder Leinöl. Sehr lecker.

Gut gestärkt geht es nun den Weg wieder zurück bis zu der vorgenannten Abzweigung am Leiper Weggraben und nach links Richtung Leipe.

Nach etwa einer Stunde endet dann diese alleenartige Strecke entlang des Wasserlaufes und man erreicht den Ort Leipe, der aber nicht sonderlich sehenswert ist. Am Ende dieses Wanderweges hat man aber noch einmal die Gelegenheit, sich in einem sehr netten Biergarten des Spreewaldhofes, wo man auch übernachten kann, eine Erfrischung zu gönnen. Hier gilt Self Service und es gibt auch Kleinigkeiten zu essen.

Einkehr - Tipp

Im Spreewaldhof Leipe sitzt man in einem sehr netten Hof direkt am Wasser und die herbstliche Färbung der Bäume und des wilden Weins schaffen eine sehr entspannte Atmosphäre.

Es gibt kleine Snacks und Getränke, ideal für eine Erfrischung, bevor es wieder zurück geht nach Lübbenau.

 

Lübben

Gewohnt haben wir ja in dem unten näher beschriebenen Hotel in Lübben. Auch von dort aus kann man Wanderungen unternehmen, allerdings nicht in solch großer Auswahl wie z.B. Lübbenau.

Zunächst möchten wir aber den hiesigen Park auf der Schloßinsel erwähnen, der sehr schön angelegt ist und in jedem Fall einen Spaziergang durch diesen wert ist. Für uns Berliner besonders auffällig war, dass dieser äußerst gepflegt ist. Er bietet zahlreiche Wasserflächen, Spielmöglichkeiten für Kinder, Themenwege, weitläufige Rasenflächen, ein Hügellabyrinth und vieles mehr. Und beim gemütlichen Schlendern durch diesen Park schweift der Blick zwangsläufig auch auf das Schloß zu Lübben, in dem ein Museum untergebracht ist.

Lübben glänzt mit zahlreichen Grünflächen rund um die Schloßinsel, es gibt sogar ein Freibad mit Sandstrand, die sog. Spreelagune.

Diese kann man bei einem erweiterten Spaziergang vom Schloßpark aus erreichen, leider ist das Baden aber seit geraumer Zeit wegen der Wasserverschmutzung untersagt (Stand 2021).

Gurken muss man probieren

Eine originelle Anlaufstelle für eine große Auswahl an Spreewaldgurken ist der seit 1991 ansässige Gurken Paule.

Die Spreewälder Gurken sind ja sehr bekannt und man muss diese auch einmal probiert haben. Neben dem Verkaufsstand gibt es hier auch ein paar Tische direkt am Wasserkanal, wo man einfache heimische Gerichte bekommen kann.

Nördlich des Ortszentrums beginnt der Wanderweg Richtung Schlepzig. Dieser ist auch Teil des Spreewaldgurkenweges.

Zunächst geht es durch einen schönen Waldabschnitt mit Wasserkanälen und dann weitestgehend auf einem Art Deich und weitläufigen offenen Wiesenflächen. Für die gesamte 14 Km lange Strecke bis Schlepzig, bei der man noch an einigen Teich- und Seeflächen vorbeikommt, sollte man rund 3 Stunden einplanen. Zurück kann man mit dem Bus fahren oder die gleiche Strecke wieder zurück laufen. Wir haben uns auf einen Abschnitt bis zum sog. Lachsluch beschränkt.

Einkehr - Tipp

Unterwegs kann man noch einkehren im Gasthaus Lehnigksberg.

Leider hatten wir an diesem Tag etwas Pech mit dem Wetter und demzufolge wirkte dieser eigentlich sehr ansprechende Biergarten nebst Gasthof recht verlassen. Aber für einen Zwischenstop haben wir ihn dankend aufgesucht und er scheint auch insbesondere an Wochenenden sehr angesagt und gut besucht zu sein.

Unsere Unterkunft im Spreewald

Strandhaus Boutique Resort

Dieses wunderbare Hotel liegt auf der Schloßinsel von Lübben, unmittelbar angrenzend an den Schloßpark. Es ist von der Größe angenehm überschaubar und sehr ansprechend ausgestattet.

Viel Holz, moderne Einrichtung, stylische Lobby und ein sehr schöner Wellness-Bereich. Dieser ist zwar recht klein, aber dafür hat man von der Sauna direkten Spreeblick.

Die Standard-Zimmer bieten auf 30 m² Fläche ausreichend Platz mit Wohlfühl-Ambiente und haben einen Balkon. Schöner sind natürlich die Zimmer zur Wasserseite, diese waren aber bei unserem Besuch leider ausgebucht. Macht aber gar nichts, denn man fühlt sich in diesem Hotel grundsätzlich sehr wohl, das liegt auch an dem sehr freundlichen Service.

Kulinarisch sind wir sehr verwöhnt worden (wir hatten Halbpension gebucht), die Menüs waren wirklich köstlich und schön angerichtet. Im Sommer kann man sich auch auf der großen Terrasse an der Spree verwöhnen lassen.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Hotel.

www Strandaus Boutique Resort

Wir waren hier Anfang Oktober 2021 für 3 Tage.