Vulkane, Höhlen und Kunst

Wir waren sehr positiv überrascht, was Lanzarote alles zu bieten hat. 5 Tage waren wir auf dieser Insel und hatten jeden Tag ein abwechslungsreiches Programm.

Jameos del Agua

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind die Höhlen von Jameos del Agua im Nordosten. Es empfiehlt sich, möglichst früh hinzugehen, denn ab ca. 11 h kommen die Busse. Man tritt ein durch einen steilen Abgang in eine große offene Höhle, in der sich ein gemütliches Restaurant befindet. Von hier geht es weiter hinab in die eigentliche geschlossene Höhle mit azurblauem Wasser und den nur hier vorkommenden weißen Krebsen. Durch diese geht es durch in einen weiteren offenen Höhlenkrater mit einem Pool, Palmen und schönem Garten.

In den Jameos del Agua werden auch Abendveranstaltungen mit Dinner abgehalten. Es ist dort recht touristisch, aber wunderschön.

Aufregender und abenteuerlicher geht es in den rund 2 Km entfernten Cueva de los Verdes zu. Geführte Touren bringen einen in ein fantastisches Höhlensystem. Die Führung dauert eine gute Stunde und ist sehr zu empfehlen. Es geht auf und ab durch schmale Felsdurchbrüche in riesige unterirdische Hallen und Felsgänge. Der Höhepunkt ist dann ein Aussichtpunkt, von dem man in einen Höhlengang schaut und den Eindruck hat, es geht 100 Meter nach oben und unten. Der Eindruck täuscht aber, man steht nämlich vor einem kleinen glasklarem See und es ist eine Spiegelung. Wahnsinn, denn man erkennt das erst, wenn der Guide einen Stein in das Wasser wirft.

Besonders schön ist die Straße LZ 1 von Jameos nach Norden Richtung Orzola. Hier entlang der Küste wechseln sich die unterschiedlichsten Landschaftsformen ab. Erst fährt man durch ein Gebiet mit Lavageröll, dann kommen Abschnitte mit schneeweißen Sanddünen und schließlich erhebt sich am Horizont ein recht wuchtig wirkendes steiles Felsmassiv und davor wiederum große Lavafelder.

LZ 1 Richtung Orzola

Es lohnt sich, für diesen Abschnitt etwas Zeit einzuplanen und ein paar Stops zu machen. Man kann auch an einigen Stellen kleinere Wanderungen unternehmen.

Ganz im Norden erhebt sich der Mirador del Rio. Von hier aus hat man einen sehr schönen Weitblick auf das Meer und die benachbarte Insel La Graciosa.

Man kann diesen Blick von der offiziellen Terrasse des Aussichtspunktes gegen Zahlung eines Eintrittgeldes bewundern, oder aber man fährt die Straße LZ 202 entlang der Klippen weiter und hat dort von mehreren Punkten aus einen in unseren Augen noch besseren Ausblick.

Ein weiteres "must see" ist die Vulkamlandschaft von Timanfaya. Gleich ein Tipp: Möglichst früh hinfahren und am besten vom Norden her anfahren, denn von Yaiza aus steht man vor dem Parkeingang in einer langen Autoschlange.

Timanfaya

Es ist voll hier, touristisch etwas überlaufen, aber landschaftlich sicherlich mit der Höhepunkt von Lanzarote. Leider kann man nicht selber durch den Park fahren, es geht mit geschlossenen Bussen durch das abwechslungsreiche und teils farbigenprächtige Vulkangebiet.

Am Schluß wird anschaulich vorgeführt, dass es unter der Erde noch richtig heiss ist: Über im Boden eingelassene Rohre wird Wasser eingeführt und wenige Sekunden später spriesst eine riesige Fontäne in den Himmel.

Von Timanfaya aus Richtung Norden sollte man sich die Fahrt nach Caleta de Famara an der Küste nicht entgehen lassen. Hier tummeln sich Massen von Surfern und an dem langgezogenen Strand kann man herrlich entspannen.

Lohnenswert und aufregend ist der Abstecher über eine wilde Schotterpiste zur Ostseite der Bucht (durch den Ort durchfahren Richtung Urb. Famara, denn links). Hier sind nur wenige Menschen anzutreffen, die Küste ist wild und man hat einen schönen Blick.

Tipp:

Mitten im Ort und direkt am Wasser liegt das Restaurant El Risco.

Tolle Lage, sehr gutes Essen und immer voll. Wenn man rechtzeitig kommt oder reserviert, hat man eine Chance auf der Terrasse direkt am Meer einen Platz zu bekommen.

César Manrique

Lanzarote bietet aber nicht nur tolle Landschaften, sondern auch etwas Kultur. Etwa 5 Km nördlich von Arrecife kann man das ehemalige Wohnhaus von César Manrique besuchen. Diesem Künstlernamen begegnet man fast überall auf der Insel, er hat sich mit vielen Kunstwerken in Form von Bildern, Statuen, Denkmälern oder Architektur verewigt.

Sein Wohnhaus ist in Lavagestein gebaut mit unterirdischen Gängen in Lavahöhlen mit Pools und lauschigen Sitzecken. Ein fantastisch kreativ gestaltetes Wohnerlebnis. Unbedingt ansehen, aber möglichst früh hinfahren, denn es ist begehrtes Touristenziel.

Etwa 10 km westlich bei Mozaga erhebt sich an der Kreuzung von LZ 20 und LZ 30 ein monumentales Bauwerk des Künstlers. Das Monumento del Campesino wurde neben einem ehemaligen Bauernhof errichtet, der heute ein Museum und ein nettes Café beherbergt.

Wiederum gut 10 Km nordöstlich liegt das sehr schöne Teguise. Man schlendert durch schmale Gassen zum zentralen Kirchplatz mit der Iglesia de Nuestra Senora de Guadalupe. Es gibt hier viele kleine Restaurants und Geschäfte, ein Spaziergang durch das Zentrum dieses Ortes lohnt sich sehr.

Fährt man über die Hochebene auf der LZ 10 Richtung Osten, so kommt man an sehr schönen Aussichtpunkten vorbei und über eine fast alpine Serpentinenstrecke nach Haria. Hier kann man seit 2013 das Atelier von César Manrique besichtigen. In einer kleinen Villa mit prächtigen Palmen sind die Räume des Künstlers zu besichtigen.

Überhaupt ist diese Stadt geprägt durch hunderte von Palmen und bietet damit, aber auch mit seiner dörflichen und in Weiß gehaltenen Architektur, ein schönes Ambiente.

Tipp: Etwas außerhalb im Norden von Haria liegt das Restaurant Meson La Frontera. Man sitzt an einfachen Holztischen mit tollem Blick. Hier wird frisch gegrillt, es gibt Kaninchen und vieles mehr. Urige Atmosphäre und vorzügliche Speisen.

El Golfo

Im Südosten der Insel ist eine Fahrt nach El Golfo ein Muß. Es bietet sich an von Yaiza aus durch die fantastische bizarre Lavalandschaft den Ort anzufahren. Hier wechseln sich Vulkangestein und rötlich schimmernde Vulkantrichter ab, dazwischen tolle Steinformationen und das wiederentstandene Leben in Form von grünen Büschen.

Dieser Teil der Insel hat uns besonders gut gefallen.

El Golfo ist ein kleiner Fischerort mit zahlreichen guten Fischrestaurants. Bevor es zum Lunch geht sollte man unbedingt am Ortseingang links den unübersehbaren kleinen Weg entlang der Steilküste einschlagen. Man kommt nach rund 15 Minuten zu einem Aussichtspunkt, der überwältigend ist. Man blickt in eine Bucht mit schwarz-roten Felsen, dunklem Sand und einem grünen See. Ja grün!

Charco de los Clicos

Man kann zu diesem heruntersteigen und in dieser schönen Bucht mit nur wenig Menschen die verschiedenen Farben und das Meer genießen.

Tipp: In El Golfo reiht sich ein Restaurant an das andere. Diese sind von vielen Touristen bevölkert. Fährt man die Straße durch den Ort, so endet diese an einem Parkplatz.

Ein paar Schritte zurück liegt das El Caleton. Diese ist von den Massen abgeschieden und sehr zu empfehlen. Auf der Terrasse mit Meerblick gibt es herrliche Fischgerichte und sehr guten Service.

Auf der LZ 703 geht dann nach Süden Richtung Playa Blanca. Diese Straße ist ebenfalls besonders schön, führt sie doch durch ein großes Lavafeld entlang der Küste.

Es gibt einige Haltepunkte mit Möglichkeiten von kleineren Wanderungen oder an schwarzen Stränden das Meer zu beobachten. Ein Stop ist in jedem Fall zu empfehlen: Los Hervideros. Hier peitscht das Meer durch ein Höhlenlabyrint aus Lava mit tollen Naturschauspielen.

Ganz im Süden liegt das Touristenzentrum Playa Blanca, das sich aber in einem schönen Anblick präsentiert. Schöne Uferpromenade mit vielen Restaurants und Läden, unaufdringliche und ansprechende Hotelanlagen, gepfegte Strände und eine schöne Marina.

Playa Blanca

Tipp: Im Hafen liegt das Restaurant La Taberna. Hier haben wir köstlich und reichlich Tapas genossen. Sehr freundlicher Service und schöne Lage direkt am Wasser.

Von Playa Blanca aus gelangt man über eine unbefestigte und holprige Straße zur Costa de Papagayo.

Hier bieten mehrere Buchten mit schönen Stränden tolle Bade- und Erholungsmöglichkeiten. Die Landschaft ist fantastisch und man kann per Auto, noch besser aber mit dem Fahrrad oder zu Fuß ausgiebige Erkundungen unternehmen.

 

Impressionen von Lanzarote

Hier gehts zur Bildergalerie mit weiteren Impressionen.

 

Unsere Hotels auf Lanzarote

Wir hatten uns entschieden, für unsere diversen Ausflüge strategisch günstige Hotelstandorte zu suchen. So waren wir 3 Tage in Costa Teguise für den mittleren und nördlichen Teil der Insel und 2 Tage in Playa Blanca für den südlichen Teil.

Melia Salinas in Costa Teguise

Das Hotel liegt direkt am Strand und bereits beim ersten Betreten beeindruckt der große offene Innenbereich mit fast dschungelartiger Vegetation. Das Haus verfügt über sehr schön angelegte Außenanlagen. Verschiedene Pools mit viel Platz für ungestörtes Entspannen.

Die Zimmer sind geräumig und von der großen Terrasse mit Liegestühlen hat man einen tollem Blick auf die Poollandschaften und das Meer.

Sie sind allerdings, wie die gesamte Hotelanlage, schon etwas in die Jahre gekommen. Dennoch ist alles gepflegt und ordentlich.

www. Melia Salinas

Princesa Yaiza in Playa Blanca

Ein wunderschönes Hotel! Man betritt dieses und steht in einem riesigen Eingangsbereich und ist bereits beeindruckt. Der Check In erfolgt individuell mit einem Begrüßungsdrink und das Personal ist mehr als aufmerksam und freundlich.

Das familienfreundliche Hotel ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Über eine weitere große Halle mit riesigen Palmen, Bäumen und lauschigen Sitzecken gelangt man zu den 2 großen Außenpools. Die Zimmer sind sehr schön ausgestattet mit getrenntem Schlafbereich und großer Terrasse mit herrlichem Blick auf das Meer.

Insgesamt ein sehr empfehlendswertes Hotel.

www. Princesa Yaiza

Auf Lanzarote waren wir im Januar 2014.