Wilder Kaiser - imposant!

Im September 2020 machten wir eine 14 tägige Tour durch Tirol und verbrachten 4 Tage davon in Ellmau vor der wunderbaren Kulisse des Wilden Kaisers.

Der beliebte Wintersportort zeigt sich im typisch alpenländischen Stil und ist eine wahre Pilgerstätte für Fans der Fernsehserie Der Bergdoktor, die hier gedreht wurde. Scharen von Menschen besuchen die ausgeschilderten Drehorte, naja ...

Wir haben uns dann doch eher für einen kurzen Spaziergang durch die Ortsmitte entschieden und sind die kleine Anhöhe zur Marienkapelle hinauf gestiegen. Der Weg führt dabei am schönen Kapellenpark sowie einer natürlichen Kneipp-Anlage vorbei und von oben hat man einen netten Blick auf Ellmau.

Unser erster Ausflug führte uns zum etwa 15 Fahrminuten entfernten Hintersteiner See.

Vom gebührenpflichtigen Parkplatz aus läuft man entlang des Nordufers auf einer befestigten Anliegerstraße bis zum anderen Ende des Sees. Dieser Teil ist recht gemütlich zu gehen, ebenerdig und nur im letzten Teilstück geht es eine kleine Anhöhe hinauf, wo man in einem Gasthof auch schon einkehren kann.

Der Rückweg auf der Südseite des türkisfarbenen Sees verläuft über einen teils engen Wanderweg, dieser Teil ist landschaftlich nochmal sehr viel ansprechender. Es geht hier auf und ab, aber die jeweiligen Steigungen sind harmlos. Immer wieder eröffnet sich der Blick über den schönen See und die umliegenden Berge.

Die gesamte Umrundung dauert rund 1,5 Stunden. Ein netter Einsteiger-Spaziergang.

Sicherlich eine der bekanntesten und beliebtesten Wanderungen in dieser Gegend führt zur Wochenbrunner Alm und weiter zur Gaudeamushütte und Gruttenhütte.

Die mesten Besucher fahren mit dem Auto bis zur Wochenbrunner Alm, so wir auch, und starten die Wanderung von hier aus. Die Alm ist sehr schön gelegen mit einer sehr großen Terrasse und einem Wildgehege mit Rehen und Hirschen. Man kann hier in hölzernen Liegestühlen das schöne Wetter und den Ausblick genießen, ideal für eine Stärkung vor oder nach der Ersteigung des Kaisergebirges.

Die rund 180 Höhenmeter bis zur Gaudeamushütte kann man recht bequem über einen gut ausgebauten, breiten Wanderweg erklimmen.

Für den ersten Teil dieses Weges empfiehlt sich ein kleiner Abstecher über die Anna Grotte. Ein schmaler Fußweg führt durch einen dichten Wald an einem Gebirgsbach entlang zu dieser kleinen Grotte, ein sehr schöner und romantischer Weg.

Man gelangt dann wieder auf den Hauptweg, der zur Gaudeamushütte führt.

Dieser Teil des Aufstiegs ist ein wahrer Augenschmaus, denn man marschiert den Berg hinauf und hat die ganze Zeit die beeindruckende Felswand des Kaisergebirges vor sich. 

Nach etwa 45 Minuten hat man dann die Gaudeamushütte erreicht, die im Übrigen vom "akademischen Zweig Berlin des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins" im Jahre 1927 erbaut wurde. Das erweckte bei uns Berlinern natürlich besondere Aufmerksamkeit.

Hier kann man vor herrlicher Bergkulisse sehr gut einkehren und sich stärken. Von hier aus kann man sich nun weiter aufmachen zur 1.620 Meter hoch gelegenen Gruttenhütte, dieser Teil wird dann etwas anspruchsvoller und bietet zudem noch die Möglichkeit, alpine Klettertouren zu unternehmen. Wir hingegen hatten das schöne Wetter auf der Alm genossen.

Und während wir das schöne Bergpanorama auf uns haben wirken lassen, wurden wir noch Zeuge eines Bergungseinsatzes mit Rettungshubschrauber. 

Hoch in einer Steilwand hatte sich ein Bergsteiger verletzt und wurde vom Helicopter geborgen und direkt an der Gaudeamushütte abgesetzt. So traurig ein solches Ereignis ist, man ist beeindruckt, wie perfekt die Rettungstrupps organisiert sind.

Auf dem Rückweg sind wir noch bei dem Hinweisschild "Riedlhütte" abgebogen in Richtung Ellmauer Steinkreis.

Ein schmaler Pfad führt zunächst über Stock und Stein hinauf durch einen dichten Nadelwald und mündet dann auf einen breiteren Wanderweg. Von hier aus geht es wieder bergab und dann durchläuft man eine Strecke, die gesäumt ist von aufeinander gestapelten Steinen, den sog. Steinmännchen. Man sagt den Steinen hier eine religiös energetische Kraft nach, wir haben uns auch gleich deutlich stärker gefühlt für den restlichen Rückweg, der über einen bequemen Forstweg verläuft ...

Für diesen Abstecher sollte man nochmal eine knappe Stunde einplanen.

Ein sehr schöner Ausflug führte uns ins Kaiserbachtal. Dieses liegt auf der nördlichen Seite des Kaisergebirges und man erreicht dieses von Ellmau aus in 20 - 30 Fahrminuten.

Am wiederum gebührenpflichtigen Parkplatz am Eingang des Tals stellt man sein Auto ab und wandert durch dieses in Richtung Griesneralm. Es ist eine sehr gemütliche und bequeme Wanderung, der gut ausgebaute Wanderweg führt entlang eines Flussbettes durch eine wunderbare Natur mit steil aufsteigenden Felsen des Wilden Kaisers.

Nach einer knappen Stunde erreicht man dann die Griesneralm.

Im netten Biergarten kann man sich ein wenig stärken und wer die alpinen Herausforderungen sucht, der kann von hier aus noch weiter wandern zum Stripsenjochhaus in knapp 1.600 Meter Höhe. Dieser Weg ist allerdings deutlich anspruchsvoller als die bisherige gemütliche Wanderung durchs Tal. Wir haben das herrliche Wetter genossen und sind zurück zu unserem Ausgangspunkt marschiert.

Eine weitere empfehlenswerte Wanderung führt zur Kaiseralm. Von Ellmau gehts über die Bundesstraße 178 bis Scheffau und in der Ortsmitte dann rechts abbiegen Richtung Jägerwirt.

Vom dortigen Parkplatz aus -natürlich wieder kostenpflichtig-  führt ein Forstweg zunächst durch ein schönes Waldgebiet und entlang eines Wildbaches hinauf zu Weideflächen mit Kühen. Man erreicht dann eine kleine Stallanlage, für Alpinisten geht es rechts weiter zum Klettergarten Multerkarwand, wo man Steilwände erklimmen kann. Links führt ein schmaler Pfad Richtung Kaiseralm. 

Der Weg ist teilweise etwas holprig, aber gut zu erlaufen. Dies ist der schönste Teil dieser Wanderung, denn man läuft über Stock und Stein und wird die ganze Zeit mit der schönen Bergkulisse des Wilden Kaisers belohnt.

Kurz vor der Alm geht es noch über eine größere offene Fläche mit steinigem Geröll und auf der Hütte dann angekommen genießt man den herrlichen Ausblick bei einer kühlen Erfrischung, serviert von einer äußerst liebevollen Wirtin.

♦  Positiv zu erwähnen:

Grundsätzlich sind im gesamten Wandergebiet des Wilden Kaisers am Anfang der Wanderwege stets die möglichen Touren und nützliche Informationen auf großen Schautafeln dargestellt und erklärt (siehe rechts).

Sehr nützlich und gut organisiert.

 


 

Die Gebirgsgruppe des Wilden Kaisers ist nicht nur von dem Erscheinungsbild der Felsformationen her beeindruckend, sondern fast schon majestätisch. Wenn man sich in dieser Region rund um Ellmau aufhält, dann kann man diese Berge von vielen Seiten und Blickwinkeln bewundern.

Einen wunderbaren Rundumblick bekommt man von der Brenneralm, die oberhalb des Ortes Ellmau liegt. Man kann mit dem Auto hinauf fahren oder auch eine Wanderung dort hin machen. Von der urigen Alm aus hat man einen grandiosen Ausblick.

Kitzbühel

In den 1980ern waren wir recht oft in Kitzbühel und Umgebung zum Skifahren und kannten demzufolge den Ort nur im weißen Schnee verhüllt.

Der Ortskern ist aber auch im Sommer einen Besuch wert. Hier reihen sich in schön restaurierten Altbauten die Nobelboutiquen aneinander, man merkt sofort, dass Kitzbühel eben ein edler Ort der Betuchten ist. In einem der Cafés sollte man sich ein Getränk gönnen und dabei das entspannte Treiben beobachten.

Kitzbühel ist nur rund 20 Fahrminuten von Ellmau entfernt.

Ein weiterer netter Spaziergang führt vom Parkplatz von Going (5 Fahrminuten östlich von Ellmau) hinauf zum Hollenauer Kreuz.

Man läuft zunächst am Goinger Wildbach entlang bis man auf Höhe des bekannten Stanglwirtes angekommen ist. Dann der Beschilderung nach rechts folgen und ein kleines Stück auf einer asphaltierten Straße bergauf gehen bis zu einem schönen Gutshof. Von hier aus führt ein schmaler Weg über große Wiesen und dann durch schöne Waldgebiete weiter hinauf. Man muß sich zwangsläufig immer wieder umdrehen, denn auch von hier aus bekommt man ein tolles Panorama des Kaisergebirges zu sehen.

Auf dem Rundweg gelangt man dann wieder nach Going, vorbei am dortigen Dorfplatz, der einer der Schauplätze der Fernsehserie Der Bergdoktor war. 

Kurz vor unserer Weiterfahrt nach Ehrwald und Richtung Zugspitze machten wir noch eine abschließende Wanderung in der sog. Moor & More Erlebniswelt. Dies ist ein großes, gut erschlossenes Wander- und Erlebnisgebiet, das auch sehr gut geeignet ist für Naturerlebnisse mit Kindern. Insbesondere gibt es hier den Rundweg durch eine Moorlandschaft.

Wir sehnten uns aber mehr nach etwas Ruhe und nicht so vielen Menschen und entschieden uns deshalb für eine kurze Wanderung zur Niederalm. Wir fuhren von Going nach Norden am Badesee Going vorbei auf einer einspurigen Straße Richtung Ortsteil Aschau und dann bei einem unscheinbaren Schild links Richtung Parkplatz Hüttling (wieder gebührenpflichtig). Von hier aus führt ein gut ausgebauter Forstweg entlang eines plätschernden Baches hinauf zur Alm sowie weiteren, ausgiebigen Wanderwegen. Die 165 Höhenmeter bis zur Alm, die allerdings nicht täglich geöffnet hat, erläuft man in 30-40 Minuten.

In Ellmau und Umgebung waren wir für 4 Tage im September 2020.

Unsere Unterkunft in Ellmau

HOTEL DER BÄR

Dieses insgesamt sehr geschmackvoll ausgestattete Hotel liegt erhöht am Ortsrand von Ellmau mit tollem Blick auf den imposanten Gebirgszug des Wilden Kaisers. 

Das Anwesen ist etwas verwinkelt, man muß also immer wieder ein paar Stufen überwinden. Ist aber nicht schlimm, schließlich befindet man sich in einem sehr schönen Ambiente bei sehr freundlichem Service. Im gepflegten Garten läßt es sich am Pool wunderbar erholen und den tollen Ausblick auf die Bergwelt genießen. Der Indoor-Pool und Wellness-Bereich ist recht klein, wir hatten Glück mit dem Wetter und waren draußen.

Unser Eckzimmer war sehr schön, aber für die gebuchte Suite-Kategorie nicht allzu groß. Etwas störend empfanden wir den fest verankerten Fernseher direkt am Fußende des Bettes, so wird der schöne Ausblick etwas beeinträchtigt. Mittags gibt es im "sportlichen" Übernachtungspreis inkludierte Kleinigkeiten und abends unterschiedliche Buffets. Besonders erwähnen möchten wir den ausgezeichneten Oberkellner, der die Gäste überdurchschnittlich gut betreut.

Es ist ein zweifelsfrei schönes Hotel, aber in unseren Augen etwas überteuert.

www. Der Bär