Charleston - Südstaaten-Beauty

Viele Amerikaner sagen, Charleston sei noch schöner als Savannah und diese Meinung kann man durchaus teilen. Hier gibt es neben der historischen Innenstadt mit vielen wunderschönen Häusern auch am Stadtrand zahlreiche Plantagen, die man teilweise besichtigen kann. Wir haben die drei bekanntesten besichtigt und damit geht es jetzt hier auch los.

Als erste besuchten wir die Magnolia Plantation and Gardens. Gleich nach dem Eingangstor fährt man erst einmal an einer Südstaaten-typischen Sumpflandschaft vorbei und erreicht dann den großen Parkplatz. Von hier aus kann man nun den riesigen Park dieser Plantage erkunden.

Kennzeichnend für die sehr schön und abwechslungsreich gestaltete Parkanlage sind die vielen kleinen Teiche mit unterschiedlichen kleinen Brücken. Es gibt weitläufige Grünanlagen, vielfältige Blumen und Baumarten, verwunschene kleine Wege duch Bambusheine und erfrischende Wege entlang des angrenzenden Ashley River.

Man kann hier getrost einen guten halben Tag verbringen und sich beim Spazierengehen entspannen.

Die gesamte Plantage ist von vielen Wasserläufen durchzogen und sehr empfehlenswert ist eine Bootsfahrt auf einem ehemals für den Reisanbau bestimmten See. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und man muss sich rechtzeitig vorher ein Ticket besorgen. Es geht vorbei an dichtem Schilfrohr und dazwischen entdeckt man viele Vögel und Krokodile.

Nur 2-3 Km weiter Richtung Norden liegt dann die nächste Plantage namens Middleton Place. Diese unterscheidet sich deutlich von der Magnolia Plantation dadurch, dass sie eher in einem sehr geordneten englischen Landschaftsstil errichtet wurde.

Nach der Entrichtung des verhältnismäßig hohen Eintrittsgeldes geht es vorbei an einer langgezogenen Teichanlage über eine weitläufige Wiese und großen Eichenbäumen zu einer Backstein-Villa. Dahinter beginnt dann der eigentliche Park.

Berühmt ist dieser Ort für die imposante terrassenartige Gestaltung des Hanges zwischen den Gutshäusern und dem tiefer liegenden Ashley River. Diese erkennt man aber in seiner vollen Schönheit nur aus der Luft. Dies trübt aber nicht die landschaftlichen Reize, die man bei einem ausgiebigen Spaziergang erleben kann.

Auch hier wird der Park von viel Wasser durchzogen, es gibt viele lauschige Ecken und schöne Ausblicke. Diese Location ist auch sehr beliebt für Hochzeiten.

Schließlich kann man noch die alten Stallungen besichtigen oder sich in dem kleinen Restaurant zwischen farbenprächtigen Pfauen stärken. Angeboten werden auch Kutschfahrten über die Plantage. Ein schöner Ort, aber wenn man vergleichen müsste, dann wäre die Magnolia Plantation unser klarer Favorit.

Nach diesen zwei bekanntesten Plantations gehts nun in die Stadt. Schon bei der Anfahrt erkennt man die ersten prachtvollen Häuser, dörfliche Gassen und das sehr gepflegte Straßenbild.

Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt sollte der Charleston City Market sein. Von hier aus werden Kutschfahrten durch die historische Altstadt angeboten. Kann man uneingeschränkt empfehlen.

Die Fahrt geht erst durch das lebendige Zentrum mit seinen prächtigen Bauten, Geschäften und Restaurants. Dann biegt die Kutsche in die erste Nebenstraße ein und von da ab erlebt man die wunderschönen Wohngegenden mit den kolonialen Häusern im urtypischen Südstaaten-Stil.

Die Rundfahrt dauert rund 90 Minuten und man sieht unzählige schöne Wohnhäuser, meist aus Holz oder Backstein und mit riesigen Terrassen. Dabei lernt man noch viel über die Geschichte der Stadt, die einst u.a. auch ein Sklavenhandelszentrum war.

Es lohnt sich, nach der Kutschfahrt auch noch zu Fuß durch die Straßen zu schlendern und wenn man sich dann etwas erholen will, dann entspannt man sich am schön gestalteten Waterfront Park.

Tipp: Wenn man sich für unser unten vorgestelltes Hotel entscheiden sollte, dann liegt etwa 10 Autominuten davon entfernt das wunderbar authentische Restaurant Long Point Grill.

Von außen wirkt es eher einfach, aber innen ist es sehr gemütlich mit familiärer Atmosphäre und sehr gutem Essen.

Boone Hall Plantation

Unbedingt sehenswert ist eine weitere Plantage in Mount Pleasant, die Boone Hall Plantation. Bereits die Anfahrt ist sehr imposant, man fährt durch eine dichte Eichenallee mit verwinkelten Ästen und Spanish Moss an den Sklavenquartieren vorbei zum Haupthaus von Boone Hall mit seinen mächtigen Eingangssäulen.

Das besondere an dieser Plantage ist neben den schönen Außenanlagen die Möglichkeit, das Haus auch von Innen zu besichtigen. Bei dem geführten Rundgang erfährt man alles über die lange Geschichte dieser Plantage.

Neben schönen Blumengärten kann man noch viele Schmetterlinge bewundern. Bei einem Außenrundgang durch den Park wird einem an den Hütten, in denen früher die Sklaven untergebracht waren, deutlich und anschaulich vermittelt, wie es auf einer solchen Farm damals zuging.

Sehr herzlich war die Begegnung mit drei älteren schwarzen Damen, die mir, als ich gerade Fotos machte, entgegen riefen: Yes, take a picture, we are free!

In Boone Hall waren wir an einem Sonntag, da öffnet die Plantation erst um 12 h. Um die Wartezeit zu verkürzen bietet sich die Möglichkeit, auf der gegenüber liegenden Straßenseite das Charles Pinckney National Historic Site zu besichtigen. Ein kleineres Farmhaus mit Museum und ein schöner Park. Hier wohnte der gleichnamige, massgebliche Verfasser der United States Constitution. Nicht so spektakulär wie die anderen Plantations, aber einen kurzen Abstecher wert.

 

Impressionen von Charleston

Hier gehts zur Bildergalerie mit weiteren Impressionen.

 

Unsere Unterkunft bei Charleston

Courtyard Charleston Mount Pleasant

Charleston ist ein Besuchermagnet und entsprechend hoch sind die Hotelpreise. Am Wochenende klettern diese dann gerne auch nochmals um 50% oder mehr nach oben. Wir haben uns daher für dieses Hotel etwa 20 Fahrtminuten von Charleston entfernt entschieden und es war eine durchaus gute Entscheidung.

Dieses liegt direkt etwas zurückversetzt an befahrenen Straßen, aber nicht abschrecken lassen. Wenn man ein Zimmer zum Pool und nach hinten raus bucht, kann man mit offenen Fenstern schlafen und hat völlige Ruhe. Das gesamte Haus ist geschmackvoll eingerichtet, großzügig und alles sehr ordentlich. Die Zimmer sind geräumig, vom Standard her eine klassisch gute Kettenhotelausstattung mit Balkon und Blick ins Grüne.

Der Service ist einfach, aber sehr freundlich. Es gibt nichts zu meckern, eine perfekte Alternative zu den überteuerten Hotels in der Stadt.

www. Courtyard Mount Pleasant

Charleston war Teil unserer folgenden Reise:

Mai 2014:

St. Augustine - Jekyll Island - Savannah - Hilton Head Island - Charleston - Beaufort - Outer Banks - Charlottesville - Keswick Hall - Washington

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